Boris Charmatz

Wir haben Tanzkünstler und -künstlerinnen gefragt: «Was war produktiv? Was nehmen Sie mit? Was erwarten Sie für die nähere Zukunft?»

Obwohl erzwungen, hat das Homeschooling die Bindung zu meinen Kindern gestärkt. Und als ich trotz zwangsweiser Abschottung in ein Tanzstudio zurückkehren konnte (ganz allein!), hat es sich angefühlt, als würde ich eine faszinierende einsame Insel entdecken. Ich habe die vielen Künstler bewundert, die den Lockdown nutzten, um in ihren Küchen, Fluren, über das Internet etwas zu kreieren ... Ich habe mich dazu nicht in der Lage gefühlt, habe mich stattdessen auf die langfristigen Wünsche konzentriert, was mir jenseits der Krise, durch die wir alle gegangen sind, wesentlich schien.

Jede Geste, jede gerettete Aufführung vor ein paar Zuschauern oder Kameras, jede wunderbare Begegnung mit einem Körper, jeder Wunsch zu feiern und sich auszutoben – all das sind unvergessliche Momente geworden, eruptive Gelegenheiten möglichen Lebens, die man unbedingt ergreifen muss ... Der mentale Tanz derer, die des Tanzes beraubt wurden, der mentale Tanz einer ganzen Bevölkerung, der Feiern, Berühren, spontane Begegnungen untersagt waren – all das ist ganz eindeutig Teil dessen, was Tanz tut:

Er setzt uns in Bewegung, bewegt uns aber selbst dann, wenn wir seiner beraubt sind. Der Tanz macht die ...

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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 40
von

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