Blick-Einstellung

Bewegung ist die größte Herausforderung für Fotografen. In den 1920er-Jahren rückte die Tanzkunst in den Fokus von Lichtbildnern wie Hugo Erfurth, Charlotte Rudolph und Lotte Jacobi

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Die Fotografie kommt dem Tanz deshalb besonders nahe, weil beide ein eindrückliches Verhältnis zur Zeit unterhalten: zu ihrem Vergehen und damit auch zum Tod. Beide Kunstformen bezeugen eine Anwesenheit von Körpern. Die Fotografie, indem sie ihre Zeitlichkeit medial übertrumpft. Die Tanzkunst, indem sie die transformierende Zone eines steten Übergangs gestaltet. Treffen beide aufeinander, so wird der herausgestellte Zeitmoment quasi zu einem Kontaktstreifen, bezeugt, dass die Körper tatsächlich hier waren. Aber gerade dieser Zeitmoment verstellt auch deren Erscheinung: augenblicklich.

__________die herausforderung

Das Aufzeichnen von Bewegungen bildet für die Fotografie schon in den allerersten Jahrzehnten ihrer Geschichte einen wichtigen medialen, technischen und ästhetischen Kulminationspunkt. Bewegte und sich bewegende Körper konfrontieren den Fotografen mit der Notwendigkeit, in den dynamischen Bewegungsablauf ein Blickfenster von herausgehobener Zeitintensität zu legen. Das bewegende Moment des bewegten Körper soll erkennbar werden. Fotogeschichtlich gelingt der Momentfotografie von Eadweard J. Muybridge (1830–1904) dabei jener Entwicklungsschritt, mit dem die ästhetischen ...

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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Geschichte, Seite 30
von Sabine Huschka

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Marketing

«publikum spielt mit: lachen, spucken, pfiffe, tierlaute #balletsrusses @tceopera #skandal», twitterte @jeancocteau am 29. Mai 1913, angehängt war die verwackelte Smartphone-Aufnahme einer tobenden Menge. Binnen Sekunden ging der Tumult im Théâtre des Champs-Elysées um die Welt, am nächsten Morgen klickte man in Petrograd und New York die Mitschnitte auf YouTube...

Der Protagonist

Worauf schaut ein Tänzer, wenn er sich ein Bild von einem Kollegen macht? Auf seine Füße? Auf sein Gesicht? Auf seinen Körper? Darauf eine Antwort zu finden, treffe ich mich morgens am Wasserturm im Prenzlauer Berg mit Michael Banzhaf, etliche Ballettzeitschriften unterm Arm – nicht nur die eigenen, sondern auch einige in einer uns weniger geläufigen Sprache....

Der Bildregisseur: Gert Weigelt

Gert Weigelt, Sie sind als Tanzfotograf immer für die Pressefreiheit des Bildes eingetreten, auch für öffentliche Foto-Proben an Theatern. Warum?
Warum sollten Bildjournalisten schlechter gestellt sein als Wortjournalisten? Pressefreiheit gilt für beide, wenn auch die Arbeitsweisen verschieden sind. Da ein Bildjournalist nicht während der Premiere fotografieren...