Blick-Einstellung
Die Fotografie kommt dem Tanz deshalb besonders nahe, weil beide ein eindrückliches Verhältnis zur Zeit unterhalten: zu ihrem Vergehen und damit auch zum Tod. Beide Kunstformen bezeugen eine Anwesenheit von Körpern. Die Fotografie, indem sie ihre Zeitlichkeit medial übertrumpft. Die Tanzkunst, indem sie die transformierende Zone eines steten Übergangs gestaltet. Treffen beide aufeinander, so wird der herausgestellte Zeitmoment quasi zu einem Kontaktstreifen, bezeugt, dass die Körper tatsächlich hier waren. Aber gerade dieser Zeitmoment verstellt auch deren Erscheinung: augenblicklich.
__________die herausforderung
Das Aufzeichnen von Bewegungen bildet für die Fotografie schon in den allerersten Jahrzehnten ihrer Geschichte einen wichtigen medialen, technischen und ästhetischen Kulminationspunkt. Bewegte und sich bewegende Körper konfrontieren den Fotografen mit der Notwendigkeit, in den dynamischen Bewegungsablauf ein Blickfenster von herausgehobener Zeitintensität zu legen. Das bewegende Moment des bewegten Körper soll erkennbar werden. Fotogeschichtlich gelingt der Momentfotografie von Eadweard J. Muybridge (1830–1904) dabei jener Entwicklungsschritt, mit dem die ästhetischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Geschichte, Seite 30
von Sabine Huschka
Es ist nun mal Tradition. Zu einem Opernhaus gehört ein Ballett. In allen großen Städten ist das so. Und wo es mal nicht so ist, wie in Köln, wo man statt Ballett den zeitgenössischen Tanz in die Oper ließ, da gibt es bald gar keinen Tanz mehr. Davon haben sich die Schweden aber wenig beeindrucken lassen. Das altehrwürdige GöteborgsOperans Balett ist erst letztes...
Dada Masilo – die kahlköpfige, spindeldürre, unberechenbare. Masilo, das ist: der Wirbelwind in Person. Ausgebildet in Ballett, afrikanischem und zeitgenössischem Tanz, mischt sie die Stile zu kontrollierten Temperamentsausbrüchen. Die Tanzwelt ist begeistert, vor allem von Masilos «Swan Lake». Da tanzt sie selbst in der Rolle des «top girl» und wird so von einem...
Kurze Beine, dicke Muskeln, blassrosa Haut. Ein langer Männerhals, ein kompakter Frauen-Brustkorb. Eine «Catwalk Company» sind sie nicht gerade. Stehen sie beim Applaus in Reihen und wandert der Blick die Körper und Gesichter entlang, ist es, als stolpere er immerzu: Hinab zur winzigen und hinauf zur hünenhaften Gestalt, vom orangeroten Ballettdutt über den...
