Black is king
«Wir können Beyoncé hochladen? Dann weg mit allen Probeabos!» So kalkulierte die Marketingabteilung des Streaming-Anbieters Disney+, der Ende Juli sämtliche Gratisoptionen entsorgte und Tage später «Black Is King» auf seine Plattform hob: 85 Minuten Supershow, starring Beyoncé Knowles-Carter als Mama Madonna Africa. Der XXL-Clip ist die beste Eigenwerbung, die der Medienkonzern überhaupt kriegen konnte – ein Publikumsmagnet.
Nach der sensationellen Eroberung des Louvre via «Apeshit»-Video (tanz Jahrbuch 2018) legt die Pop-Diva hier einen Total-Remix des Musicals «König der Löwen» hin: «Black Is King» veranstaltet eine optische Odyssee durch die Film-, Tanz-, Mode- und Realgeschichte, sammelt aber selbstverständlich nur das jeweils Extravaganteste ein. Kinematografische Verweise auf Luchino Visconti und Stanley Kubrick, choreografische Anleihen bei Busby Berkeley, Bob Fosse und Michael Jackson, Kostüme zwischen Ethnoschick und Südstaaten-Kulinarik à la «Vom Winde verweht» (aufgeladen mit black power statt white supremacy) – dieser Akt der historischen Wiederaneignung und kulturellen Umschreibung ist ein starkes Statement. Selbst dort, wo er die christliche Kitsch-Ikonografie, ...
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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von
Es ist durchaus eine Überraschung, vor allem für ihn selbst: Der «Deutsche Tanzpreis 2020» geht an Raimund Hoghe! «Vor einigen Jahren war ich schon mal nominiert, aber dieses Mal wusste ich im Voraus wirklich nichts davon», sagt er. Freut er sich, weil er hier sozusagen in die Fußstapfen Pina Bauschs tritt, deren Dramaturg er fast ein Jahrzehnt – von «1980» bis...
Sonia Bartuccelli, Sie sind als Tänzerin, Choreografin und Coachin im Bereich TV, Film und Werbung tätig, etwa für Formate wie «X-Faktor» oder «The Voice of Germany». Mit Helene Fischer und David Garrett waren Sie auf Tour, sind aber genauso in der Komischen Oper Berlin aufgetreten. In Ihrem Berliner Studio bieten Sie eine dreimonatige Tanzfortbildung an – das...
«Ich bin der erste urbane Tänzer, der beim «Deutschen Tanzpreis» geehrt wird – und der erste nicht-weiße Tänzer, dem das zuteil wird. Und auch noch der Erste aus dem Umfeld des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz in Berlin, der je die Aufmerksamkeit der Jury geweckt hat.» Raphael Hillebrand sagt das mit Stolz. Zugleich schwingt in seiner Stimme eine schöne Wut...
