Sanfter Widerstand

Raimund Hoghe ist ein Porträtist, ein Zeremonienmeister – nun wird er mit dem «Deutschen Tanzpreis» ausgezeichnet. Was macht ihn so besonders? Eine Annäherung von Thomas Hahn

Es ist durchaus eine Überraschung, vor allem für ihn selbst: Der «Deutsche Tanzpreis 2020» geht an Raimund Hoghe! «Vor einigen Jahren war ich schon mal nominiert, aber dieses Mal wusste ich im Voraus wirklich nichts davon», sagt er. Freut er sich, weil er hier sozusagen in die Fußstapfen Pina Bauschs tritt, deren Dramaturg er fast ein Jahrzehnt – von «1980» bis «Ahnen» (1987) – gewesen ist und die den Preis 1995 erhielt? «Auch viele andere der vor mir Ausgezeichneten bedeuten mir viel, aber ganz besonders freut mich, dass die erste Preisträgerin Gret Palucca war.

» Der 2009 verstorbenen Dresdener Ausdrucks­tänzerin und Tanzpädagogin, die gemeinsam mit Tatjana Gsovsky bepreist wurde, hat Hoghe schon 1991 ein besonders ausgiebiges Porträt gewidmet, in Form eines Gesprächs über Tanz, Bauhaus und die Malerei des 20. Jahrhunderts.

Schließlich begann Hoghe seine Karriere als Journalist für «Die Zeit». Und er ist im Grunde ein Porträtist geblieben, ob er nun schreibt, fotografiert oder choreografiert. Seine Essays über Bekanntes und Unbekanntes – von der Wartefrau auf der Wuppertaler Bahnhofstoilette bis zur Butoh-Kompanie Sankai Juku – wurden 2019 neu verlegt. In der Schilderung seiner ...

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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Thomas Hahn