Beziehungsfragen: «mein Tanz, mein Leben. Gespräche mit Bettina Trouwborst»

«Wie traurig», sagt die Journalistin. Der 60-jährige Choreograf sitzt ihr gegenüber und hat soeben erläutert, dass er sich als junger Mann ständig und schmerzhaft nach einer Beziehung sehnte, «nach etwas Normalem als Gegenpol». Aber heute nicht mehr. Er habe nach entsprechenden Erfahrungen verstanden, «dass es nicht funktionieren kann», Partnerschaft und Künstlertum: Entweder litt die eine oder das andere.

Traurig finde er das nicht, sein Leben lebe er ja erfüllt – «ich bin einfach so, dass ich, wenn ich nicht permanent meine ganze Kraft in diese Kunst eingießen kann, das Gefühl habe, ich verliere an Intensität. Heute ist das etwas weniger extrem.»  Dieser Abschnitt auf Seite 56 von «Martin Schläpfer. Mein Tanz, mein Leben. Gespräche mit Bettina Trouwborst» steht für vieles, was dieses sympathische Buch ausmacht. Die Journalistin nimmt sich selbst nicht ganz zurück, wenn sie den renommierten Schweizer Ballettdirektor und Choreografen zu Themenkomplexen befragt und manchmal nachhakt. So werden die acht Kapitel, sortiert entlang der Treffen zwischen Juli 2019 und April 2020 im Balletthaus in Düsseldorf, etwas mehr «Gespräch» als Interview. Doch nie Debatte.

 

Das «Eingießen» im ...

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Melanie Suchy