Be CD!

In den Vororten von Paris und Marseille tobt ein neuer Tanz, «Couper Decaler». Monika Gintersdorfer zeigt ihn in ihrem Performance-Projekt «Verlieren»

Tanz - Logo

«Wir sind in Deutschland. Wir spielen für Euch. Das ist ein Anfang!» Christin Vahl und Hauke Heumann schreien das gegen die Fassaden im Pariser Banlieue La Courneuve. Wie Stiere im Anlauf senken sie die Köpfe, bäumen sich gegen den Beton auf, rennen gegen ihn an. «Kontaktstücke» nennt die zwischen Frankreich, Deutschland und Westafrika agierende interdisziplinäre Grenzgängerin Monika Gintersdorfer ihre in den Vororten von Paris, Marseille und Hamburg inszenierten Tanz-Text-Performances – mit oder ­ohne eine ohrenbetäubende Pressluftplaniermaschine.



Ganz nah an den Leuten bleiben, lautet ihr Arbeits­prinzip. Gintersdorfers Film- und Performance-Projekt «Verlieren», ein 82-Minuten-Video, zuletzt gezeigt in der «Atelierbesuch»-Reihe des Hamburger Kunstvereins, dokumentiert in Kooperation mit dem Filmemacher Knut Klaßen ihre «Spontan-Inszenierungen» im sozial kritischen Umfeld der Banlieue. Die Szenen entstehen nach Gintersdorfers Methode: Sich und den Leuten viel Freiheit geben, sich absprechen statt zu probieren. Lieber improvisieren als durchinszenieren. Aufführung und Aufnahme entstehen zeitgleich aus der Situation und in der Konfrontation von deutschen Akteuren mit französischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2007
Rubrik: Les Banlieues, Seite 18
von Klaus Witzeling

Vergriffen
Weitere Beiträge
Felix Ruckert

Felix Ruckert planschte zuletzt in «Watermusic» (Foto: Stefan Malzkorn) mit Matthieu Burner sehr musikalisch in diversen Waschbecken, Hahn auf, Hahn zu, bis das Berliner Theater Dock 11 unter Wasser stand. Damit das auch in Zukunft geht, ölt er eigenhändig und gewissenhaft die 500 qm Holzboden seines ersten eigenen Tanzorts, schwelle sieben, das er am 24. März mit...

Marguerite Donlon: «Romeo und Julia» in Saarbrücken

Schon ihre «Giselle: Reloaded» für das Ballett des Saarländischen Staatstheaters hat hohes Lob bekommen und der Choreografin sogar eine Nominierung für den renommierten Prix Benois de la Danse eingebracht. Donlons neuste Klassiker-Produktion knöpft qualitativ nahtlos an ihren Vorgänger an.

Die Choreografin hat Prokofjews «Romeo und Julia» intelligent verschlankt...

Sleeping beauty

Shoko Nakamura hat einen neuen Begleiter rund um die Uhr. «Nur beim Baden oder Duschen müssen Sie ihn ablegen, er darf nicht nass werden», erklärte Ingo Fietze der jungen japanischen Ballerina das Ding an ihrer Hand. Genau gesagt an der nicht-dominanten Hand – bei Shoko Nakamura der linken. Denn die ist es, die den Wissenschaftlern die exakten Daten über den...