Bausch-Professur: Marina Abramovic
Seit dem Wintersemester bekleidet Marina Abramović die erste Pina-Bausch-Professur an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Ziel der jeweils auf ein Jahr begrenzten Professur ist es, dass internationale Wissenschaftler*innen und Künstler*innen gemeinsam mit Studierenden des «Free Interdisciplinary Performance Lab» Projekte auf dem Campus Essen-Werden realisieren – und das Ergebnis von Abramovićs Lehrtätigkeit steht kurz bevor. Vom 30. Juni bis 9.
Juli sind im Museum Folkwang «54 Hour Performances» zu sehen, jeweils sechs Stunden dauernde Projekte, die die jungen Sänger*innen, Tänzer*innen, Fotograf*innen, Schauspieler*innen, Regisseur*innen und Komponist*innen während mehrerer Workshop-Phasen entwickelt haben, zuletzt im griechischen Sparta. Für Abramović, die sich seit den 1970ern zur heute wichtigsten Vertreterin von Body Art und Performance entwickelt hatte, ist dieser Kontakt zur nachfolgenden Generation zuletzt immer wichtiger geworden: Mittlerweile ist die Künstlerin 76, ihre frühen Aktionen, die häufig mit Elementen von Entgrenzung und exzessiver Körperlichkeit arbeiteten, lassen sich nicht mehr uneingeschränkt wiederholen, weswegen sie Wege sucht, ihre Technik an ...
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Tanz Juni 2023
Rubrik: Praxis, Seite 64
von Falk Schreiber
Carlos Maria Romero aka Atabey Mamasita, Sie sind 1979 in Kolumbien geboren, machen Kunst, leben in London und Berlin und werden künftig am Haus der Kulturen der Welt, kurz HKW, die Performativen Praktiken kuratieren, also auch Tanz. Was bedeutet Ihnen Tanz?
Schon in Kolumbien war mein Zugang zum Tanz kommunitär, demokratisch geprägt. Ich entwickelte meine eigene...
CALL ME DANCER – VON MUMBAI NACH NEW YORK
Was ist die Voraussetzung, um Tänzer zu werden? «Du musst dich in den Tanz verlieben.» Sagt Yehuda Ma’or, der sich vor Jahrzehnten ins Ballett verliebte und inzwischen junge Inder*innen dazu bringt, es ihm gleichzutun. Die Doku «Call me Dancer – von Mumbai nach New York» von Leslie Champaine und Pip Gilmour zeigt auf...
«Maestro, bitte singen Sie!», heißt es auf einem Zwischentitel, mit dem Dominique Dumais ihren «Chaplin!»-Abend stummfilmartig gliedert – und Enrico Calesso stimmt den «Nonsense Song (Titine)» an, ohne deshalb vom Dirigieren zu lassen, während Paul Calderone auf der Bühne so tut, als ob er der singende Chaplin wäre. Eine Schlüsselszene gleich in mehrfacher...
