Bausch-Professur: Marina Abramovic
Seit dem Wintersemester bekleidet Marina Abramović die erste Pina-Bausch-Professur an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Ziel der jeweils auf ein Jahr begrenzten Professur ist es, dass internationale Wissenschaftler*innen und Künstler*innen gemeinsam mit Studierenden des «Free Interdisciplinary Performance Lab» Projekte auf dem Campus Essen-Werden realisieren – und das Ergebnis von Abramovićs Lehrtätigkeit steht kurz bevor. Vom 30. Juni bis 9.
Juli sind im Museum Folkwang «54 Hour Performances» zu sehen, jeweils sechs Stunden dauernde Projekte, die die jungen Sänger*innen, Tänzer*innen, Fotograf*innen, Schauspieler*innen, Regisseur*innen und Komponist*innen während mehrerer Workshop-Phasen entwickelt haben, zuletzt im griechischen Sparta. Für Abramović, die sich seit den 1970ern zur heute wichtigsten Vertreterin von Body Art und Performance entwickelt hatte, ist dieser Kontakt zur nachfolgenden Generation zuletzt immer wichtiger geworden: Mittlerweile ist die Künstlerin 76, ihre frühen Aktionen, die häufig mit Elementen von Entgrenzung und exzessiver Körperlichkeit arbeiteten, lassen sich nicht mehr uneingeschränkt wiederholen, weswegen sie Wege sucht, ihre Technik an ...
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Tanz Juni 2023
Rubrik: Praxis, Seite 64
von Falk Schreiber
ON STAGE
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Wie hat alles begonnen Herr Watkin, wann war klar für Sie: Ich will, ich muss tanzen?
Ich habe schon in jungen Jahren in meiner örtlichen Schule Stepptanzunterricht genommen, weil mir die Musikalität und die Rhythmen so gut gefielen. Meine Schwester sah ein Casting für die National Ballet School of Canada, und meine Lehrerin riet mir, mich zu bewerben. Ich hatte...
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