Ballerinas Welt
Edgar Degas hätte an dem Film seine Freude gehabt. Wann immer die Kamera auf dem Gesicht einer Tänzerin verweilt, verklärt sich ihr Blick. Aufs Schönste ausgeleuchtet, erscheint das Schicksal einer «Ballerina» so unangestrengt, leichtfüßig, ohne jede Erdenschwere. Nichts kann ihren Höhenflug noch hemmen.
Aber die Dokumentation von Bertrand Normand beweist so abschreckend wie eindrucksvoll auch das Gegenteil. Eine einzige Audition in der Vaganova Ballettakademie genügt, um einem die Augen zu öffnen, was künftige Künstlerinnen an Kasteiung erwartet.
Wie Tiere werden die halbnackten Schülerinnen zur «Schlachtbank» geführt, wo ein Pädagoge vor versammelter Kollegenschaft ihre kindlichen Körper in jede noch so unnatürlich anmutende Haltung zwingt und dabei auf ihre Scham keinerlei Rücksicht nimmt.
Hauptsache, das «Material» stimmt. Das sei in der Rossi-Straße und nebenan am Theaterplatz nun in guten Händen. Monatelang hat sich der Filmemacher in St. Petersburg umgetan. Alle wichtigen Größen kommen bei ihm zu Wort, Altynay Asylmuratova, Olga Chenchikova, Galina Kekisheva, Olga Moiseyeva, Ludmila Safronova und wie die ehemaligen Ballerinen alle heißen. Der Generaldirektor des Mariinsky, ...
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Gerda Königs Stücke spielen mit der Fähigkeit, der «Ability» – in dem sie mit disabled dancers arbeitet, ein Wort, das wohl kaum mit unfähig zu übersetzen ist. Dabei wirkt ihr Tanztheater oft etwas naiv zusammengehäkelt, wie bei anderen auch. Die Kölnerin hat auch Sinn für Pathos, aber bei ihr wirkt es schwerer. Das liegt am Betrachter, der einem behinderten Körper...
Vor dem Nachbarhotel, dem teuersten am Ort, hat es ein Kollege beobachtet. Ein junger Kolumbianer erzwingt von einer Touristin mit dem Messer die Herausgabe ihrer Handtasche. Zur Mahnung ritzt er ihr noch in die Hand. Kriminalität und Amüsement liegen dicht beieinander. In einer Seitengasse unweit des Hotels trifft sich nachts die schrillbunte Travestieszene.
Ungef...
Aktenberge. Allein die Abschriften seiner Telefongespräche füllen vier schwere Ordner. «Telefongespräche der banalsten Art», erinnert sich Claus Schulz, der mehr und mehr den Eindruck gewinnt, als ob die Informanten der Staatssicherheit (Stasi) um jeden Preis Material geliefert hätten – und sei’s nur Lug und Trug gewesen. «In meinen Akten stehen Sachen drin, die...
