Balanchine, Ratmansky, Schläpfer «Tänze Bilder Sinfonien»

Wien

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In Zeiten wie diesen ist es schon nicht einfach, ein Bild von der Lage zu zeichnen. Umso größer scheint die Herausforderung, sich an die Bewegungsmuster der Verhältnisse unserer «postpandemischen» Gegenwart heranzuwagen. Denn das braucht, so widersprüchlich es auch klingen mag, ein bestimmtes Maß an Distanzierung. Martin Schläpfer, seit dem Vorjahr Leiter und Leibchoreograf des Wiener Staatsballetts, beherrscht den Tanz zwischen Annäherung und Abstandhalten in einem Ausmaß, das dem Premierenpublikum des Abends «Tänze Bilder Sinfonien» Standing Ovations entlockt hat.

Eingeleitet wird das dreiteilige Programm von Balanchines «Symphony in Three Movements» aus dem Jahr 1972. Ben Huys hat dieses modernistische Werk so einstudiert, dass es sich mit beinahe provokanter Leichtigkeit ins Heute setzt. Alexei Ratmansky, der für seine Rekonstruktionen klassischer Ballette – etwa «Paquita», «Schwanensee» oder «Giselle» – einen exzellenten Ruf genießt, liefert mit einer eigenen Choreografie den zweiten Teil des Abends.

«Pictures at an Exhibition», ein dramaturgisch exakt strukturiertes Stück von 2014, ist seine Distanz zu Balanchine deutlich anzusehen. Das Bild der Lage: Jene kulturelle ...

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Tanz August/September 2021
Rubrik: Kalender, Seite 33
von Helmut Ploebst

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