Szenen einer Ehe

Christian Spuck gibt seinen Einstand als Intendant des Berliner Staatsballett – mit «Bovary» nach Gustave Flaubert

Tanz - Logo

Das Ende als Anfang. In einem Prolog lässt uns Christian Spuck das Schicksal seiner «Bovary» ahnen. Noch ist seine Emma in dem Eröffnungsbild ausgespart: eine Leerstelle, die sich nach knapp zweieinhalb Stunden mehr oder weniger mit ihrem Tod gefüllt haben wird. Charles Bovary aber scheint von Anbeginn wie erstarrt, als ahnte er von vornherein alles Kommende.

So wie es letztlich ja auch im Roman von Gustave Flaubert geschieht, der ja nicht im «Ersten Teil» mit Emmas Geschichte beginnt, sondern uns erst ihren künftigen Gatten als einen Biedermann vorführt, der schon als Fünfzehnjähriger von seinen Mitschülern verspottet wird.

Nicht «Madame Bovary» wie Flaubert, sondern einfach «Bovary» nennt Spuck sein «Tanzstück» in zwei Akten, mit dem er sich als neuer, vor allem aber als vielversprechender Intendant des Staatsballett Berlin vorstellt: so, als wollte er in seinem Ballett die eine im anderen bespiegeln und umgekehrt. Dass dem nicht so ist, dass er den Zuschauerblick in der Folge ausschließlich auf Emma fokussiert, ist im Prolog kaum erkennbar – wohl aber, dass das soziale Umfeld Emmas im weiteren Verlauf eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen wird. Denn noch bevor es in der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2024
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Ohad Naharin: «Last Work»

Stille. Nein, da läuft jemand, immer noch, tap-tap-tap wie ein zu schneller Sekundenzeiger. Die Tänzerin auf dem Laufband hält nie an. Sie trägt ein Kleid, auf den letzten Metern hält sie eine weiße Fahne, Zeichen der Hoffnung. Nicht hier. Der Schluss von «Last Work», das Ohad Naharin 2015 für Batsheva schuf, rollt ein katastrophisches Bild aus. Mit Klebeband soll...

Nachrichten 1/24

Kahlschlag
Making a Difference

Menschen mit Behinderung sind während der vergangenen Jahre sichtbarer geworden auf den Bühnen, auch im Tanz. Ein Grund für diese erhöhte Sichtbarkeit ist das Berliner Netzwerk «Making a Difference», gegründet 2018 mit dem Ziel, «die selbstbestimmte Arbeit behinderter, tauber und chronisch kranker Künstler*innen im Tanz» mittels...

Tanzschulen 1/24

Deutschland

Bad Soden
Ballettschule Ulrike Niederreiter
Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische
Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen
An der Trinkhalle 2B,
D-65812 Bad Soden/Ts.,
Tel. +49-6196-22849
www.ballett-badsoden.de 

Bamberg
Tanzwerkstatt
Stätte für Zeitgenössischen Tanz
Nürnberger Straße 108 k
D-96050 Bamberg
...