Ausstellungen Januar 2017
Corps rebelles
Einmal quer durch das 20. Jahrhundert wandern und dabei sechs tänzerische Themenkreise inspizieren – die Ausstellung im Musée des Confluences in Lyon macht’s möglich. Das Haus hat ein halbes Dutzend Künstler damit beauftragt, die einzelnen Sektionen zu kuratieren. So ist etwa Louise Lecavalier für das Virtuosentum zuständig, Raimund Hoghe (siehe S. 38) hat «Danse vulnérable» zusammengestellt, Daniel Leveillé zeichnet für «Danse politique» verantwortlich.
Die Schau schlägt den Bogen von verschiedenen Versionen des «Sacre du prin-temps» über Avantgardisten wie Merce Cunningham und Carolyn Carlson bis zu Werken von Xavier Le Roy, Maguy Marin, Salia Sanou und Christian Rizzo – mithin vom epochalen Bruch des Jahres 1913 bis in die unmittelbare Gegenwart. Die «Corps rebelles» (Foto: Bertrand Stofleth) sind bis zum 5. März zu besichtigen in der spektakulären Kulisse eines 2014 fertiggestellten Gebäudes, dessen von Coop Himmel-b(l)au entworfene Kantigkeit ihrerseits einer architektonischen Rebellion gleichkommt.
Berlin, Bode-Museum, smb.museum
Zur Sonderausstellung «Canova und der Tanz» wird «Die Tänzerin
mit Zimbeln» von Antonio ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 54
von Red.
Nord-London, Samstagabend. Ich sitze im Café des TripSpace, ein neuer Ort für zeitgenössische Choreografie und somatische Praxis. Über mir rumpelt die S-Bahn, an der Bar gibt es neben dem obligatorischen Latte und gesund klingenden Teesorten natürlich vegane Snacks. Heute wird die Location für ein paar Stunden von Jonathan Burrows, Matteo Fargion und ihren...
Der Titel ist toll. Varianten eines Massakers. Da stellt man sich gleich den Gipfel alles Verbrecherischen vor. Noch toller ist, dass man nach gefühlt drei Minuten keinen Gedanken mehr an diesen Titel verschwendet. Es gibt kein Massaker. Es gibt zwei Pianos, eines spielt sogar selbstständig. Es treten auf: zwei Pianisten in der Kaserne Basel, in Vorbereitung...
Geh, wilder Knochenmann! Die Tänzerin Giulia Tonelli sträubt sich mit Händen und Füßen in der Umarmung von William Moore. Solche Bilder vom Tod und dem Mädchen sind hier allgegenwärtig. Die Frauen werden in dieser Totenmesse als leichte Bürde geschultert oder wie eine zerbrechliche Fracht am Boden abgelegt. In «Messa da Requiem» lässt der Choreograf Christian...
