Aus Beirut
Ein Dokumentarfilmemacher, Ahmad Ghossein, 1981 in Beirut geboren, holte soeben in Jeju, Südkorea, die Goldmedaille für die beste Tanzimprovisation. Nach seinem Debüt im dänischen Fernsehen mit «An Arab Comes to Town» (2008) bekam er den Tanzpreis kurz vor Drehbeginn zu seinem ersten Spielfilm. Ghossein, das Wunderkind, ist natürlich keins.
Wie viele Kulturschaffende in Nahost ist der Tänzer auch Überlebenskünstler und Mitbegründer der libanesischen Tanzkompanie Maqamat, die seinen künstlerischen Leiter Omar Rajeh ermorden wird – glaubt man dem Stücktitel «The Assassination of Omar Rajeh». Dieses in Frankfurt/Main in der Reihe «Coming Closer» gezeigte Tanztheater zeigt neben syrischen, irakischen und tunesischen Spitzenkompanien, wie stark die politische Realität hier unmittelbar auf den Körper wirkt. Vor einem Jahr wurde der Leiter der Ramad Dance Company im benachbarten Damaskus, Lawand Hajo, in seinem eigenen Haus ermordet. Weil er tanzte. Maqamat in Düsseldorf, tanzhaus nrw, 7., 8. Nov. und in Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm am 12. Nov. im Rahmen der Reihe «Coming Closer», 30. Okt. bis 15. Nov.
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