auf dvd: «siddharta»
Ein Albaner choreografiert an der Pariser Opéra zur neuen Musik eines Franzosen mit italienischen Vorfahren ein Ballett über Buddha. Kann dabei etwas herauskommen? Wenngleich sich Angelin Preljocajs 2010 uraufgeführter erster Abendfüller «Siddharta» nicht mit seinen anderen langen Balletten messen kann. Zu bunt, zu harmlos, auch zu skrupelhaft ist sein Zugang, der anders als in all den indischen Romantikmärchen à la «La bayadère» oder «La Péri» nicht nur ein ästhetizistischer sein möchte.
Und sich schwertut, das spirituelle Geheimnis zu ergründen, warum aus dem machtvollen Prinzen Siddharta Gautama ein religiöser Führer wird. Die Choreografie stellt nebulös die biografischen Stationen nach und erreicht selten mehr als den Rang einer esoterisch fundamentierten Bildergeschichte. Preljocaj wollte zeigen, wie «Tanz dem Körper Geist gibt». Dafür aber bleiben seine Formationen in Claude Lévêques Bühnenbild zu harmlos. Fünfzig Tänzer sind aufgeboten, Nicolas Le Riche gibt mit beeindruckender Präsenz und fließender Technik Buddha persönlich, die graziöse Aurélie Dupont tanzt die personifizierte Erleuchtung, Wilfried Romoli ist hier nochmals als Vater zu sehen. Yin und Yang kommen so aber ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: medien, Seite 60
von Manuel Brug
...liebt das Publikum. Deshalb setzt er es nicht auf harte Stühle, er legt es in «You are here» ins Bett, fein säuberlich getrennt von den Nachbarn, die hinter einer Sperrholzwand ihr eigenes Refugium haben. Im Berliner Gasometer senkt sich eine gewaltige Spiegeldecke über das Publikum. Man ist allein mit sich, seinem Blick und den Botschaften der Performer, die...
...hat sein neues Domizil im ehemaligen Malsaal und der Kaschierwerkstatt der Deutschen Oper Berlin bezogen. Es gibt ein «Foyer de la Danse» in der Anmutung der vergangenen Nutzung mit Bibliothek, Konferenzsaal und Räumen für Pianisten, Choreologen und Gastchoreografen sowie der Geschäftsstelle des Education-Programms «Tanz ist Klasse». Physiotherapie und Sauna...
Was ist zeitgenössischer Tanz? Wie funktioniert er? Vor einem Jahr legte der Journalist Philippe Noisette ein farbenfrohes Werk vor, «Danse contemporaine, mode d’emploi», das diese Frage brillant beantwortet.
Jetzt wird sie bei ihm, mit Erscheinen der englischen Übersetzung, noch einmal gestellt. Dabei musste auf dem Cover die Preljocaj-Szene einer akademischen...
