«atomENGEL» von shot AG
Kein Engel himmelwärts. Die neue Arbeit der shot AG, eine erste und viel versprechende Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden, thematisiert ihren eigenen Worten zufolge stattdessen «persönlichkeitsstrukturelle und gesellschaftlich relevante Erscheinungsformen von Ambivalenz». Diese Zwiespältigkeit, diese Zwitterhaftigkeit, von der Balzac in «Séraphîta» so beispielhaft erzählt, ist auf «normale» Weise so wenig zu fassen, wie das Geschlecht der Engel ein gut gehütetes Geheimnis bleibt.
Wenn im Kleinen Haus der Dresdner Neustadt «atomENGEL» aus dem Dunkel treten, dann keine, die wie Seraphim ihre Schwingen schamhaft über ihre Blößen decken. In der Hocke hoppelnd, haben die Kreaturen von Nora Schott und Ariane Thalheim eher etwas Kafkaeskes, denn wenn eine von ihnen auf den Rücken fällt, denkt man an seinen «Käfer».
Die Stücke der beiden sind schon immer etwas spezieller gewesen, auch das jüngste Opus macht da keine Ausnahme. Die Haare punkhaft hochtoupiert, das Fell gleichsam übers Kostüm gezogen, ähneln die vier Gestalten anfangs grotesken Riesenraupen, die sich irgendwann tatsächlich häuten. «Jedes Teilchen ein Zelt», heißt es zwischendurch, und: «Die Augen schlafen weit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ansgar Haag, ab nächster Spielzeit unterstehen Meiningen und Eisenach Ihrer Intendanz: eine Theaterfusion, von der ausnahmsweise mal die Tanzsparte profitiert. Sie wird aufgestockt. Halt. Bei der Theater-Ehe handelt es sich nicht um eine Fusion, sondern formaljuristisch um eine Kooperation in zwei Stufen. Zunächst bleiben beide Theater noch völlig getrennt, das...
Sie sind ein Star, 21 Jahre alt, haben einige Preise erhalten, wurden von den Kritikern der Zeitschrift ballet-tanz als eine der besten Tänzerinnen nominiert. Wie verkraftet man einen solchen Erfolg? Ich kann nicht sagen, dass ich diesen Erfolg um mich herum registriere. Für mich ist es schieres Glück, wenn die Vorstellung läuft, ich auf der Bühne stehe und mir die...
Es ist nicht nur Marketing-Strategie, wenn sich zwei unabhängige Tanztheater zusammentun. Bisher erlebte man Ähnliches als letztlich überteuerte Variante des Sparzwangs öffentlich subventionierter Häuser. Der versuchten Fusion Wuppertal-Gelsenkirchen kräht heute kein Hahn mehr nach.
Bremen und Oldenburg firmieren mit jeweils zehn Tänzern nunmehr unter einem
gemeinsam...
