Athen
Athen hat sich sein neoklassisches Nationaltheater aus dem 19. Jahrhundert mitten im Stadtzentrum vom österreichischen Architekten Ernst Ziller neu aufmöblieren lassen. Zum Dank wird es das «Ziller Building» genannt. Dimitris Papaioannou, der seit der Eröffnung der Olympiade in Athen 2004 weltweit ein Begriff ist, hat besonders die moderne Bühnenmaschinerie beeindruckt. Mit Hingabe widmet er sich den Zügen und fliegenden Laststangen in seiner Inaugurations-Choreografie «Nowhere» («Pouthena» auf Griechisch), die er mit 26 Tänzern noch bis zum 6. Dezember jeden Abend zweimal feiert.
Nebst der vertikalen Choreografie fällt auf, wie sehr es Papaioannou gelingt, das Haus nicht nur den Reichen und Berühmten der Stadt schmackhaft zu machen, sondern gleich auch die richtige Botschaft zu formulieren: Seine Tänzer, geleitet von einem unsichtbaren Führer, tanzen gehorsam und unterwürfig als eine Gruppe, die unablässig an einer Idealgesellschaft werkelt, deren Gleichheit sich allein durch harte Disziplin und strikte Zweckorientiertheit herstellt. Es ist ein idealer Abend für Männer, die bestätigt sehen wollen, wie man in ihrer Gesellschaft etwas erreichen kann. Was Papaioannou als Liebling ...
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