Athen
Athen hat sich sein neoklassisches Nationaltheater aus dem 19. Jahrhundert mitten im Stadtzentrum vom österreichischen Architekten Ernst Ziller neu aufmöblieren lassen. Zum Dank wird es das «Ziller Building» genannt. Dimitris Papaioannou, der seit der Eröffnung der Olympiade in Athen 2004 weltweit ein Begriff ist, hat besonders die moderne Bühnenmaschinerie beeindruckt. Mit Hingabe widmet er sich den Zügen und fliegenden Laststangen in seiner Inaugurations-Choreografie «Nowhere» («Pouthena» auf Griechisch), die er mit 26 Tänzern noch bis zum 6. Dezember jeden Abend zweimal feiert.
Nebst der vertikalen Choreografie fällt auf, wie sehr es Papaioannou gelingt, das Haus nicht nur den Reichen und Berühmten der Stadt schmackhaft zu machen, sondern gleich auch die richtige Botschaft zu formulieren: Seine Tänzer, geleitet von einem unsichtbaren Führer, tanzen gehorsam und unterwürfig als eine Gruppe, die unablässig an einer Idealgesellschaft werkelt, deren Gleichheit sich allein durch harte Disziplin und strikte Zweckorientiertheit herstellt. Es ist ein idealer Abend für Männer, die bestätigt sehen wollen, wie man in ihrer Gesellschaft etwas erreichen kann. Was Papaioannou als Liebling ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sahra Huby hat den innerhalb der euro-scene Leipzig ausgetragenen Wettbewerb «Das beste deutsche Tanzsolo» gewonnen. Die Münchnerin zeigte in «Elephantengedächtnis» auf dem traditionell runden Tisch einen an Körper und Seele verletzten Menschen, der mit Hilfe von Krücken versucht, sich den Normen der Gesellschaft neu zu stellen. Der zweite Preis ging an Paloma...
Sie gehören in New York zu den wenigen, die Tai-Chi im traditionellen Yang-Stil auch für Tänzer unterrichten. Woher haben Sie das Wissen?
Ich begann mein Training bei meinem Vater, dem Großmeister Dong Zeng Chen, als Fünfjähriger. Wir lebten damals in der Provinz Hebei in China, einem Zentrum der Kampfkunst. 1983, als ich zwölf war, zogen wir nach Honolulu, wo ich...
Kein Wendestück, gottlob. Torsten Händlers Premiere firmierte zwar zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Der neue Ballettdirektor des Theaters Plauen-Zwickau hat für seinen künstlerischen Einstand daraus aber nicht leichtfertig Kapital geschlagen. Er versteht jenen Umbruch eher als Wandel im Leben des Einzelnen: Wenden passieren einem permanent. Kein Heldenpathos um...
