Mit Kinderaugen

Gilles Jobin: «Black Swan» in Paris

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Der Genfer Choreograf ist ein heftiger Gegner narrativer Entwürfe und vertritt einen ausschließlich abstrakten Tanz. Er ist bekannt für wunderschön kahle, geometrische Choreografien wie «The Moebius Strip» (2001), die gern genial durchwoben sind mit langsamen, fließend organischen Bewegungsmustern. Jeglichem erzählerischen Inhalt steht er fern. Und nun? Amüsiert er sich mit Plüschpferden auf der Bühne. Zeigt Handschuh-Marionetten mit Kaninchenohren. Was ist da passiert? Erstens: «Black Swan» versteht sich als eine Hommage an die Art und Weise, wie Kinderaugen die Welt betrachten.

Gilles Jobin und seine drei Mittänzer Hildur Ottarsdottir, Susana Panadès Diaz und Gabor Varga wollen dieses naive Staunen vor den Ereignissen dieser Welt nicht darstellen, sondern ihren Zuschauern ganz direkt übermitteln. Durch Tanz.

Zweitens sei das Stück nichts weiter als «eine Handvoll Vorschläge ans Publikum», so Jobin. Jeder kann dann darin sehen, was er will. Bloß ein Ziel habe «Black Swan»: die Kraft des Unvorhersehbaren aufzuzeigen. Deshalb der Titel, der einem 2008 publizierten Essay des umstrittenen Finanzspezialisten und Zufalls-Gläubigen Nassim Nicholas Taleb entnommen ist. «Black Swan» habe er ...

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Tanz Dezember 2009
Rubrik: Gastspiel, Seite 46
von Anna Hohler

Vergriffen
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