Anti-Fashion
Die zwei Frauen, die da in die Kamera lächeln, scheinen geradewegs einer Vernissage in Williamsburg entsprungen: Sie sind aufgekratzt, ihre Blicke sind flirrend, im Hintergrund ist eine urbane Graffitilandschaft zu erahnen, vor allem aber tragen sie Haute Couture, eigenwillig, schräg, ein bisschen cheesy. Zumindest behauptet das die Inszenierung in Cindy Shermans 2007/2008 entstandener Fotografie «Untitled #462», Teil der Serie «Balenciaga», die die Kollektionen des gleichnamigen Modelabels in Szene setzt.
Mode ist Ver- und Enthüllen des Körpers, ein Spiel mit der Darstellung des Selbst, entsprechend ist Mode natürlich immer schon ein Thema für die große Selbstinszenierungskünstlerin Sherman. Und zwar in ihrer ganzen Janusköpfigkeit: Mode hat etwas mit Kreativität zu tun, aber sie berührt auf der anderen Seite auch Bereiche wie Uniformität, Körpernormierung und Kommerz. Mode begeistert einen, und im gleichen Moment schreckt sie einen ab. Diese beiden Aspekte zeigt die Ausstellung «Cindy Sherman – Anti Fashion» mustergültig auf, die nach einer ersten Station in der Stuttgarter Staatsgalerie jetzt in der Hamburger Sammlung Falckenberg zu sehen ist. Der Namensgeber, Sammler Harald ...
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Tanz Dezember 2023
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Falk Schreiber
Wasser fasziniert Dimitris Papaioannou schon immer. In der Performance «Ink» setzt er es als symbolisches und skulpturales Element ein: Aus einem Sprinkler werden Hunderte Liter auf der mit Plastikplanen verhängten Bühne im Haus der Berliner Festspiele versprüht, gleich zu Beginn durchnässt ein Strahl den Performer. Später sammelt Papaioannou das Wasser in einem...
Maria – genannt Masha – Beck ist seit einem Jahr Principal beim Ungarischen Staatsballett, die einzige Amerikanerin und damit die absolute Ausnahme. Davor war sie in gleicher Position schon am Moskauer Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater tätig – bereits unter Igor Zelensky, bevor er das Bayerische Staatsballett übernahm, dann unter seinem...
fühlt sich das Jahresende 2023 eher nicht an. Jedenfalls nicht im Sinne von Frieden. Draußen ist es zu warm, was verfrorene Gemüter nicht mal so übel finden. Übel wird´s erst, wenn wir die Klimaziele verfehlen. Und danach sieht es ja nun mal aus.
Genug der Klage. Üben wir uns lieber in der Kunst, die wir Ihnen mit diesem Heft auch unter den Weihnachtsbaum legen:...
