Anthologie
Eigentlich taugt Weihnachts-Völlerei nur dazu, dass man sich irgendwann in mehr oder minder bewegungsuntauglichem Zustand zurückziehen und ein Buch zur Hand nehmen darf – das möglichst unterhaltsam von Bewegung handelt. Hervorragend geeignet ist dieser von Natalie Fischer edierte Sammelband, der uns auf eine Reise von England über den Balkan nach Russland mitnimmt. In Briefen, Tagebucheinträgen und literarischen Vignetten stellen uns Grandseigneurs wie Goethe, Heine, Fontane das Tanzgeschehen ihrer Tage vor Augen.
Ob Ballsaal oder Bühne – fast immer ist es eine Ode der Anbetung. Oder ein kapitaler Verriss.
Bisweilen aber auch ein Menschenporträt, das mit wenigen Worten den Abgrund einer Tragödie aufreißt. So, wenn Harry Graf Kessler 1928 in Paris Diaghilew begegnet, der «mit einem kleinen, hageren Jungen in einem zerschlissenen Mantel» auf ihn zukommt. «Kennen Sie ihn nicht?», fragt der Impresario, dann ruft er: «Aber es ist doch Nijinsky!» Der einstige Tänzer-Stern der Ballets russes, er ist verglüht. Genauso lesenswert wie die Hervorbringungen illustrer Federn sind die Einlassungen weniger prominenter Damen. So zeichnet die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Medien, Seite 63
von Dorion Weickmann
In Frankreich versteht man sich hervorragend darauf, das Tanzpublikum zu vervielfachen. Bereits sprachlich lässt sich mühelos ein Plural bilden: «tous publics». Gemeint ist: alle Altersstufen. Aber auch: alle sozialen Schichten. Der Choreograf Angelin Preljocaj brauchte sich mit solcher Zielgruppenorientierung bislang nicht zu beschäftigen. Der Kategorie ...
Ausschreibungen
Das Goethe-Institut hat für die Jahre 2016 bis 2018 erstmals einen «Internationalen Koproduktionsfonds» (IKF) aufgelegt, um kollaborative Arbeitsprozesse im internationalen Kulturaustausch anzuregen und die Entstehung neuer Netzwerke und Arbeitsformen in globalen Zusammenhängen zu unterstützen. Gefördert werden Koproduktionen in den Bereichen ...
Anders als etwa Paris, Berlin oder London werden die großen Städte Spaniens für ihren künstlerischen Reichtum selten gepriesen. Diese mangelnde internationale Aufmerksamkeit bedeutet freilich nicht, dass hier nicht wichtige Projekte und Talente von Weltrang gedeihen würden. Spanien ist ein Land, das auf eine lange kunstgeschichtliche Tradition zurückblicken kann,...
