Anne Teresa De Keersmaeker: «Keeping Still»
Bei der Zusammenarbeit zwischen Choreografen und bildenden Künstlern bleibt die Rolle der Künstler meist darauf beschränkt, ein dekoratives Ambiente zu entwerfen. Selten werfen deren Beiträge ein neues Licht auf die Choreografie. Nicht so in «Keeping Still – Part I», einem Projekt von Anne Teresa De Keersmaeker und Ann Veronica Janssens. Sie wirft buchstäblich neues Licht auf De Keersmaeker.
Janssens schafft keine Kunstobjekte im eigentlichen Wortsinn. Ihr Werk gründet eher auf der Abwesenheit der Objekte.
In ihren Rauminstallationen spielt Licht eine wichtige Rolle, um die Natur des Raums oder eine bestimmte Atmosphäre deutlich zu machen. So auch, indem sie den Raum mit Rauch füllt – wie in der Performance von Rosas.
Schon beim Eintreten wird man von der enormen Dimension des Raums überrascht. Er ist gänzlich leer, abgesehen von Zuschauerbänken. Die feine Lehmschicht auf dem Boden wirbelt Staub auf, sobald die Zuschauer hereinkommen, und vermischt sich mit dem Nebel. Die Bühne des kommenden Stücks wirkt wie verlassenes Land, eine Wüstenei.
Das Licht verlischt. De Keersmaeker und Dramaturg Robert Steijn irren in diesem Raum umher. Man hört mehr, als man sieht. Eine Kinderstimme ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Meret Schlegel arbeitet neuerdings auf einer Kommandobrücke. Unten die Seminarräume der freien Züricher Tanzszene, oben neu: ein gewaltiges, elf Meter hohes Gewölbe, stützenfrei, 400 qm Probensaal in Bühnengröße, darüber der charmant alte, wieder freigelegte Betondachstuhl von 1908. Man erkennt das Zürcher Tanzhaus Wasserwerk nicht wieder, die ehemalige...
Bridget Breiner, Sie sind in Columbus, Ohio, aufgewachsen, haben an der BalletMet Dance Academy Ihrer Heimatstadt von 1985 bis 1991 Ihre Ausbildung erhalten und wurden, nach einem weiteren Jahr an der Heinz-Bosl-Stiftung München, Mitglied des Bayerischen Staatsballetts, wo Sie vermutlich zum ersten Mal mit Choreografen in Berührung gekommen sind. Nein, bereits als...
There is genius at play in Édouard Lock’s new ballet, “Amjad.” As a product of his evolving exploration of pointe work – it’s been four years since the choreographer first brought his last creation, “Amélia,” to a Montreal stage – the new ballet has nothing to do with copycat imitation. Instead, Lock invests heavily in ironic juxtapositions of Romantic era...
