Allan Kaprow: Das Revival des Happenings
Allan Kaprow (1927 – 2006) dürfte einer der einflussreichsten und gleichzeitig einer der unbekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts sein. Kaprow, ein Schüler des abstrakten Expressionisten Jackson Pollock, hat in den 1950ern eine neue Kunstgattung erfunden und den durchschlagenden Namen gleich mit: das Happening. Die Definition ist so simpel wie unwiderlegbar: «What is a Happening? A game, an adventure, a number of activities, engaged in by participants for the sake of playing.
»
Weil seine Aktionen keine Objekte hinterließen, die man sammeln, handeln, ausstellen und im Museum einspeisen kann, machte ihn die Radikalität seiner Neudefinition der Kunst nicht eben zum Star im Kunstbetrieb, sondern zum Kunst-Denker, dessen Name nur Insidern ein Begriff war. Diese Unsichtbarkeit schien ihm nicht unangenehm gewesen zu sein. Als sich der Begriff des Happenings in den 1970ern inflationierte, schlug Kaprow die nächste Volte und nannte seine Aktionen bloß noch «Activities». Seine Definition von Kunst löst den Begriff in die soziale Praxis auf: «Die tägliche Wiederholung im Leben ist die einzige Kunst.»
Es wirkt wie eine Überraschung, dass Kaprow wenige Monate nach seinem Tod am 7. April in ...
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