Allan Kaprow: Das Revival des Happenings
Allan Kaprow (1927 – 2006) dürfte einer der einflussreichsten und gleichzeitig einer der unbekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts sein. Kaprow, ein Schüler des abstrakten Expressionisten Jackson Pollock, hat in den 1950ern eine neue Kunstgattung erfunden und den durchschlagenden Namen gleich mit: das Happening. Die Definition ist so simpel wie unwiderlegbar: «What is a Happening? A game, an adventure, a number of activities, engaged in by participants for the sake of playing.
»
Weil seine Aktionen keine Objekte hinterließen, die man sammeln, handeln, ausstellen und im Museum einspeisen kann, machte ihn die Radikalität seiner Neudefinition der Kunst nicht eben zum Star im Kunstbetrieb, sondern zum Kunst-Denker, dessen Name nur Insidern ein Begriff war. Diese Unsichtbarkeit schien ihm nicht unangenehm gewesen zu sein. Als sich der Begriff des Happenings in den 1970ern inflationierte, schlug Kaprow die nächste Volte und nannte seine Aktionen bloß noch «Activities». Seine Definition von Kunst löst den Begriff in die soziale Praxis auf: «Die tägliche Wiederholung im Leben ist die einzige Kunst.»
Es wirkt wie eine Überraschung, dass Kaprow wenige Monate nach seinem Tod am 7. April in ...
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Nein
sagt Vlado Gotwan Repnik. Wir sitzen in einem alten Café in Ljubljana. Repnik choreografiert Theatervorhänge, lässt sie öffnen und schließen, heben und senken. Ihre schwingenden Bewegungen findet er interessanter als die von Tänzern. 2023, sagt er, wird die alte Trennung der Künste aufgehoben sein. Choreografie wird schon jetzt immer theaterlicher. Theater...
Rafael Bonachela,
you won the first Place Prize last year – what have you done with the £32,000?
I invested it in my own company, the Bonachela Dance Company. We had our first premiere in June. We have a manager and six dancers, but our work is only project based. I do not have revenue funding from Arts Council England.
You became famous when you choreographed Kylie...
