Waldwanderung
Der Wald ist dunkel. Ein paar abstrakte Baumformen stehen im Hintergrund, man findet sich nicht zurecht, der Blick verschwimmt im Nichts, und dann tosen auch noch Sturmböen durchs Gehölz, wehen einzelne Objekte weg, irgendwann auch Körper, die verzweifelt versuchen, einen Halt zu erhaschen. Ursina Tossis jüngste Arbeit «Fux», uraufgeführt Ende vergangenen Jahres auf Kampnagel in Hamburg, bald darauf in Köln und jetzt in Wien zu sehen, ist ein Stück für Kinder und für Erwachsene: Tiere im Wald, das gefällt Kindern.
Aber Tossis Theater ist nicht dazu da, um zu gefallen, es ist dazu da zu verstören, und Verstörung ist eigentlich nichts für Kinder, oder? Von Verstörung will Tossi dabei nicht reden, zumal die Zuschauer*innen überhaupt nicht verstört gewesen seien: «Die Kinder haben bisher immer sehr direkt reagiert», berichtet die Choreografin von den ersten Aufführungen, bei denen das junge Publikum sofort anfing, in einen Dialog mit den Performer*innen zu gehen. Was vielleicht auch daran lag, dass «Fux» das Publikum stärker an die Hand nimmt als frühere Arbeiten der Choreografin, nicht zuletzt durch eine Audiodeskription, die den Abend einerseits barrierefrei machen soll, andererseits ...
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Tanz April 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 20
von Falk Schreiber
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