Kaiserwalzer reloaded

In Genf lädt Sidi Larbi Cherkaoui zum «Bal impérial» und verwirbelt dafür kulturelle Codes aus Asien und Europa

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Feinstes Pläsier und handfeste Politik – zu Habsburger Zeiten gingen sie auf den kaiserlichen Bällen Wiens Hand in Hand, nach strikten Regeln, versteht sich. Imperialismus, das ist das Streben nach Macht und Einfluss, über die eigenen Grenzen hinweg, das Erobern neuer Gebiete und Ressourcen. Was nun bei Sidi Larbi Cherkaouis «Bal impérial» stattfindet, uraufgeführt am Grand Théâtre de Genève, ist eher ein Zusammenfluss, eine Verschmelzung verschiedener kultureller Codes. Zum Abschluss eines Jahres voller Festivitäten – Anlass: 200.

Geburtstag von Johann Strauss Sohn – hatte die Stadt Wien das Stück bei Cherkaoui, seines Zeichens Ballettdirektor in Genf, bestellt. Entstanden ist eine Koproduktion mit dem Jubiläums-Label «Johann Strauss 2025 Wien» und Cherkaouis eigener Compagnie Eastman. Der belgisch-marokkanische Choreograf hat dem Wiener Kultphänomen etwas entgegenzusetzen. Da wird nicht Museum gespielt, sondern das feudale Protokoll neu kontextualisiert – dennoch fehlt Cherkaoui nicht der Sinn fürs Spektakel.

Der Kreation geht in der Genfer Aufführung der «Boléro» voran, den Cherkaoui 2013 gemeinsam mit Damien Jalet, Marina Abramović und Ricardo Tisci für die Pariser Oper ...

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Tanz Januar 2026
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Johanna Rau

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