Maciej Kuźmiński «Cantos»

Wiesbaden

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Das Leben ist ein ruhiger Fluss, der die Menschen mit sich trägt. Im Strom der reduzierten Klänge von Simeon ten Holt (1923 – 2012) agieren 13 Männer und Frauen in Alltagskleidung im Kleinen Haus des Staatstheaters Wiesbaden streng beherrscht. Nur ein Wippen in den Beinen, ein Nicken des Kopfes, ein Kippen des Rumpfes. Im Hintergrund der Bühne gestalten zwei weißhaarige Pianisten den meditativen Minimalismus der Musik.

Zu den so sanften wie unerbittlichen Wiederholungen des «Canto Ostinanto» agiert zunächst ein Kollektiv der Selbstbeherrschung, das sich bisweilen zu Formationen wie beim Volkstanz findet. Bis die ersten aus der Reihe tanzen.

Mit rollenden Augen und rausgestreckter Zunge, mit schlingernden Bewegungen zwischen Angst und Wut bricht das Individuum aus. Im Spannungsfeld von Ordnung in der Gemeinschaft und Entgrenzung des Einzelnen legt der polnische Choreograf Maciej Kuźmiński sein Tanzstück «Cantos» mit dem Hessischen Staatsballett in bildstarken Tableaus an. Inspiriert sei er von der Idee des Lebensschwungs bei Henri Bergson, von Nietzsches Gedanken der ewigen Wiederkunft und von den bizarr anmutenden Aquatinta-Zyklen «Torheiten» und «Sprichwörter» des Francisco Goya.

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Tanz Januar 2026
Rubrik: Kalender, Seite 45
von Stefan Benz

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