An alle Nicht-Rheinländer
Versteh einer die Bonner, Kölner, Düsseldorfer, deren Mentalität und das, was man im ganzen Rest der Republik bewundert. Diese rheintaltiefe Überzeugung, dass Politiker nur Mist bauen, was niemanden daran hindert, sie gern zu wählen. Was die Welt hier Klüngel nennt, die Mitgliedschaft im Karnevalsverein, befindet schon qua Vereinssatzung, dass Politiker Mist bauen. Weshalb der Bürger in zahlreichen Kunststiftungen, in Kultursalons und -vereinen darauf pocht, dass es der Kunst schlecht geht. Wegen der Politik.
Gerade im Tanz.
Bonner Politiker wollen die Sparte loswerden, Kölner Politiker wollen sie auch nicht haben. Düsseldorf und Essen sehen zu, wie ihre Ballettchefs auf die Rente zusteuern. Die Abschaffung der Kunstform an Rhein und Ruhr ist zum Greifen nah. Warum tut keiner was? Zur Verdeutlichung: Wir befinden uns auf einem Landstrich mit den «privatesten» Kunstsammlungen der Republik, den schicksten Bauplänen für die neue Kölner Oper, dem dauerhaftesten Provisorium eines Musicalhauses, zwei einzigartigen Tanzhäusern in Düsseldorf und Essen, einer vorzüglich engagierten Kölner Stadtsparkasse, einer richtig teuren Ruhrtriennale ... Und: wir reden hier vom Tanzland NRW ...
Was ...
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Winfried Schneider hat den Tango nicht neu erfunden. Aber der Ballettdirektor und Regisseur der Staatsoperette Dresden weiß damit Effekt zu machen. «Romance de barrio» nennt er am Staatstheater Cottbus sein zweiteiliges Ballett nach einem Titel von Aníbal Troilo, den das Instrumentalsextett um den Berliner Bandeonisten Peter Reil ebenso live wie leidenschaftlich...
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