Amsterdam on tour: Lisbeth Gruwez «Piano works Debussy»
Ungewöhnlich ist Lisbeth Gruwez’ Tanzkunst schon immer gewesen. Seit ihrer ersten Choreografie, dem Solo «Forever Overhead» (2008), kennzeichnet ein Mix aus Explosivität und Risikofreude ihre Arbeiten. Längst hat sie sich aus dem künstlerischen Einflussbereich Jan Fabres herausgetanzt und ihre eigene Stimme gefunden. Mit den Jahren ist es ihr gelungen, ihre unbändige Energie in zunehmend gegliederte Strukturen zu kanalisieren. Um gescheite Diskurse und ausgeklügelte Choreografien hat sie sich kaum geschert.
Stattdessen vermag sie Bewusstseinszustände nahezu umweglos und mit äußerster Präzision in Bewegung zu transformieren. Das macht sie zu einer Ausnahmetänzerin.
Die Zusammenarbeit mit der Pianistin Claire Chevalier ist ein Glücksfall: Chevalier gibt sich Claude Debussys Klängen ebenso rückhaltlos hin wie Gruwez ihren Bewegungen. Eine Stunde bezaubernder Klang- und Bewegungskunst entsteht, die vergessen lässt, dass Gruwez hier erstmals mit live gespielter Klassik operiert.
Zunächst blicken sich die Künstlerinnen über das Klavier hinweg an. Nachdenklich hebt Gruwez ein Bein, beugt sodann das andere und streckt die Arme gerade vor sich aus. Sie wiederholt diese Figur einige Male ...
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Tanz November 2020
Rubrik: Kritik, Seite 33
von Pieter T‘Jonck
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CD des Monats: Tausendundeine Nacht
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