amsterdam: holland festival

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Je wüster die Regierung eines Landes mit der Kultur umgeht, desto heftiger wehren sich die Menschen: Beim traditionellen «Holland Festival», das immerhin seit 1947 existiert, wird dieses Mal hemmungslos in die Highlight-Kiste gegriffen. 140 Leute treten in Alain Platels «C(h)œurs» an, sodann wird das Publikum aufs Schiff gesetzt, um in «Addio alla fine» mit Emio Greco und Pieter C. Scholten Fellinis Film «E la nave va» in der Strömung des Flusses Ij zu tanzen. In «Bill & Mr. B.

» spannt das Niederländische Nationalballett Werke des größten Balanchine-Schülers der Gegenwart, William Forsythe, mit denen seines Lehrmeisters zusammen. Faustin Linyekula aus Kongo wagt nichts Geringeres, als auf den Spuren der dadaistischen Ballets Suédois die «Schöpfung der Welt» zu choreografieren. Schließlich landet man bei der «Révolution» von Olivier Dubois zu Ravels «Boléro» – Bombastik ist immer dann eine Lösung, wenn irgendwo jemand den Hahn zudreht. Das Wasser staut sich, der Druck wird höher. In Holland hat man Deiche, nur keine gegen die Kultur.
Vom 1. bis zum 28. Juni
hollandfestival.nl

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Tanz Juni 2012
Rubrik: highlights, Seite 39
von

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