Alwin Nikolais

Reinfall: ein Buch über Alwin Nikolais

Tanz - Logo

Alwin Nikolais hat etwas mehr verdient als dieses Buch mit dem Titel «The Returns of Alwin
Nikolais», erschienen bei www.wesleyan.edu/wespress. Nach 15 Beiträgen, davon die Hälfte Nachdrucke aus den 1980er Jahren, will man diese «Returns» nicht mit seiner «Rückkehr», sondern viel lieber mit «Entschädigungen» übersetzen, die die Herausgeber Claudia Gitelman und Randy Martin dem 1993 verstorbenen Pionier der amerikanischen Tanzavantgarde noch schuldig bleiben.

Vor allem zwei Fehler hat ihr auf 300 Seiten vollgestopftes Lesebuch: Was es wirklich weiß, wurde schon zu Lebzeiten von Nikolais geschrieben; ein aufrichtiger Reprint wäre ehrlicher gewesen, als obskur den Magier der Op-Art-Choreografie mit Sasha Waltz zu vergleichen oder so dumme Fragen zu stellen, ob Nikolais seine Tänzer «entmenschlicht» hätte. Wird ein Tänzer durch eine Maske entmenschlicht? Hier fällt einem das Buch aus der Hand. Der zweite Fehler: So gern man auch rückwärts mitgeht auf der genealogischen Linie von Loie Fuller über Rudolf Laban bis Oskar Schlemmer – dass Nikolais der Pionier des Multimedia-Theaters war, der die Choreografie als Gesamtkomposition alles Sicht- und Hörbaren verstand, steht trotzdem nicht ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2007
Rubrik: Celebrities, Seite 24
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Georgette Tsinguirides über «Cranko Moves»

Georgette Tsinguirides,
im Oktober und November zeigt das Stuttgarter Ballett zwei Programme mit Cranko-Choreografien, die seit Ewig­kei­ten nicht mehr zu sehen waren. Dass sie überhaupt aufgeführt werden können, ist in erster Linie Ihnen zu verdanken: Als Choreologin haben Sie seine Stücke einst aufgezeichnet. Nachdem ich 1966 von meiner Ausbildung in London nach...

Pina Bauschs Kontakthof

«Wir wollen weiter für dich tanzen!» Der Wunsch der Wuppertaler war Pina Bausch Befehl. «Sie würde nicht im Wege stehen, diesen Menschen den Spaß nicht nehmen», schreibt Jo Ann Endicott in dem kleinen, feinen Büchlein, und die Damen und Herren ab «65» lassen sich nicht lange bitten: Mindestens 69-mal haben sie ihren «Kontakthof» gezeigt, der nur eine einmalige...

Michèle Noiret: «Les Arpenteurs»

Sex & crime aus Brüssel. Michèle Noiret liebt knisterndes Ambiente vor dunklem Hintergrund. «Les Arpenteurs» ist ein choreografierter Soft-Thriller. Früher kannte man sie als Pionierin der Konvergenz von Stockhausen und Körperbild. Gleichzeitig entwickelte sie jene Facette ihres Schaffens,  den Kino-Tanz. Das ist nicht etwa Choreografie für die Kamera, sondern im...