Alwin Nikolais
Alwin Nikolais hat etwas mehr verdient als dieses Buch mit dem Titel «The Returns of Alwin
Nikolais», erschienen bei www.wesleyan.edu/wespress. Nach 15 Beiträgen, davon die Hälfte Nachdrucke aus den 1980er Jahren, will man diese «Returns» nicht mit seiner «Rückkehr», sondern viel lieber mit «Entschädigungen» übersetzen, die die Herausgeber Claudia Gitelman und Randy Martin dem 1993 verstorbenen Pionier der amerikanischen Tanzavantgarde noch schuldig bleiben.
Vor allem zwei Fehler hat ihr auf 300 Seiten vollgestopftes Lesebuch: Was es wirklich weiß, wurde schon zu Lebzeiten von Nikolais geschrieben; ein aufrichtiger Reprint wäre ehrlicher gewesen, als obskur den Magier der Op-Art-Choreografie mit Sasha Waltz zu vergleichen oder so dumme Fragen zu stellen, ob Nikolais seine Tänzer «entmenschlicht» hätte. Wird ein Tänzer durch eine Maske entmenschlicht? Hier fällt einem das Buch aus der Hand. Der zweite Fehler: So gern man auch rückwärts mitgeht auf der genealogischen Linie von Loie Fuller über Rudolf Laban bis Oskar Schlemmer – dass Nikolais der Pionier des Multimedia-Theaters war, der die Choreografie als Gesamtkomposition alles Sicht- und Hörbaren verstand, steht trotzdem nicht ...
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