Alte Meister

Hans van Manen: «Frank Bridge Variations» in Amsterdam

Tanz - Logo

Mit 72 hat Hans van Manen zurückgefunden zum Niederländischen Nationalballett, dem er schon von 1973 bis 1987 angehörte. Im jüngsten Programm der Kompanie, das ohne Anmaßung «Master Moves» überschrieben ist, nimmt van Manens neue Choreografie – zwischen Balanchines «Sinfonie In C» und Forsythes «The Second Detail»– die zentrale Stelle ein. «Frank Bridge Variations» zur Musik von Benjamin Britten dauert 24 Minuten. Es sind die konzentriertesten 24 Minuten Tanz, die in dieser Spielzeit neu herausgekommen sind.


Der Choreograf und sein Bühnenbildner Keso Dekker lieben die Farbe Schwarz. In den «Frank Bridge Variations» leben sie diese Liebe aus. Die Bühne ist ein schwarzer Raum, weit offen.
Fünf Tänzerpaare, die in diesem Universum wie Planeten ihre Bahnen ziehen, tragen dunk­le Trikots, die bei den Frauen ins Rote, den Männern grünlich changieren. Über den schwarzen Hintergrundprospekt laufen Lichteffekte. Ein fernes Wetterleuchten durchzieht den bildnerischen Horizont wie die Beziehungen der Tanzenden.
Den ersten Satz, «Introduction and Theme», überlässt der Choreograf dem Ensemble, dem die Paare Igone de Jongh/ Gaël Lambiotte und Yumiko Takeshima/ Cédric Ignace solistisch vorstehen. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2005
Rubrik: On Stage, Seite 50
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Taylor, Kohler, Bombana, Bordin: «Kreationen»

Birgit Keils Karlsruher Ballettkompanie heimst mit Klassiker­produktionen Erfolge ein. Der neue Ballett-Vierteiler am Badischen Staatstheater, der Choreografien unterschiedlicher Qualität im vielsagenden Titel «Kreationen» zusammen­fasst, deutet immerhin die lustvoll ausgekostete Freude an, mit der die jugendlichen Ballerinen und Tänzer moderne Formen ausprobieren....

Feedback

Re: Vorschau 03/05 Der Buchstabe M macht’s: Nicht Mylla ist die Zwillingsschwester von Mats Ek, sondern Marlin. Mylla, Niklas Eks Tochter, arbeitet als Bühnenbildnerin, Marlin ist in Schweden eine namhafte Schauspielerin.

 

Ikonografie der Weiblichkeit

Eine Frau hat viele Gesichter, je öffentlicher die Frau, desto mehr. Vor der Kamera bedient sie das kollektive Bildergedächtnis: die lächelnde Politikerin, das laszive Mannequin, die Rocksängerin, die die Zähne bleckt. Man kennt das. Aber was ist vorher, was nachher? Wie wahr, wie manipulierbar sind die Bilder? Die Kölnerin Ste­phanie Thiersch, bekannt durch ihre...