Alicia Amatriain; Fotos: Sebastian Galtier

Alicia Amatriain

Wer mit ihr zu tun hat, gerät ins Schwärmen: Die Ballerina war eine Senkrechtstarterin, heute bereichert ihr reifes Ausdrucksvermögen das Stuttgarter Ballett

Tanz - Logo

Selbst auf den Knien lässt sich noch tanzen. In den «Dances at a Gathering» gibt es ein Scherzo von Frédéric Chopin, in dem die Choreografie von Jerome Robbins für einen Moment innehält. Scheinbar unbewegt, lässt Alicia Amatriain allein ihre Blicke schweifen. Vielleicht spürt man gerade deshalb, wie es im Innersten der Ballerina tanzt, während ihr äußerlich so wenig anzumerken ist. Die Szene dauert nur ein paar Sekunden.

Kaum wieder auf die Beine gekommen, gibt sich die Tänzerin wieder der Musik hin, die Robbins auf so unglaublich schöne Art sichtbar zu machen weiß, und da ist es wieder: ein gewisses Lächeln, über das nicht nur eine Romanautorin wie Françoise Sagan ganze Bände schreiben könnte.

Privat ist Alicia Amatriain ganz anders. Zwar erscheint sie in ihrem Wolltrikot noch fragiler als auf der Bühne. Fast fürchtet man, sie bei der geringsten Berührung zu zerbrechen. Doch sobald sie lacht – und das tut Alicia Amatriain während des Gesprächs wiederholt – wirkt sie bodenständig, geerdet, von Erfahrungen gezeichnet. So wie jemand, dessen Leben vielleicht nicht ganz so geradlinig verlaufen ist, wie es den Anschein hat. Befragt, räumt die Ballerina denn auch ohne Umschweife ein, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2018
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Manuel Legris

Zwei Tage nach der Premiere seiner umjubelten Einstudierung des Nurejew‘schen «Don Quixote» in Hamburg wurde es in Wien offiziell: Manuel Legris (53) wird, wie Intendant Dominique Meyer, 2020 die Wiener Staatsoper verlassen. Meyer wird von Bogdan Roscic abgelöst, Legris geht aus freien Stücken. Wer ihm nachfolgt, wird voraussichtlich wie gewohnt der neue Opernchef...

Wien: «Apollon Musagète»

Dies ist ein sinnliches Skandalstück für sechs Damen, die statt Kleidern einfach nur Tattoo tragen und noch etwas weiter gehen, als es William Forsythe 1983 tat. Damals hat der Choreograf in «France/Dance» George Balanchines «Apollon musagète» zerlegt, jenen berühmten Halbstünder, der 1928 für die Ballets russes entstand und als Geburtsstunde der Neoklassik gilt....

Bücher, CD, DVDs Februar 2018

Reader: Manifeste

«No to spectacle» heißt der erste Satz des 1965 verfassten «No Manifesto» der Choreografin Yvonne Rainer. Es war eine wütende Absage an die vorherrschende Tanzpraxis, ein Nein auch zur Virtuosität, zum Starkult, zur Exzentrik. Und es wurde zu einem der wirkmächtigsten Manifeste der Tanzgeschichte überhaupt. Bis heute wird Rainers Statement immer...