Alexander Vantournhout «Vanthorhout»

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Rund ist das Zirkuszelt, rund die hölzerne, niedrige Bühne, rund das Solo, im doppelten Sinn des Wortes. Das vierte «Circus Dance Festival» in Köln ermöglicht, einen bemerkenswerten Protagonisten der zwischen Zirkus und zeitgenössischem Tanz wachsenden Szene wiederzusehen: Alexander Vantournhout. Der Belgier hat tatsächlich beides studiert, Artistik und bei P.A.R.T.S. Und fordert bei seinem Solo «VanThorhout» zunächst Geduld ein. Oder genaues Hinsehen.

Alles dreht sich um die linke nackte Ferse.

Vantournhout kreist langsam, kreiselt, zeigt zarten Brustkorb und starken Rücken. Die Arme sind das Beweglichste: Sie ziehen hinter den Kopf, verschränken sich, zwirbeln umeinander, strecken sich wie Äste vom Baum weg, hoch, herab, hin zu den rundum sitzenden Zuschauern. Eine Hand steht vor den Augen, während die andere umherfliegt. Es wirkt, als wundere sich der Mensch über das, was die Arme tun. Es geschieht ihm, und doch führt er sie. Zwischen diesen Nuancen pendelt das Zirkustanz-Solo: Kontrollehaben und -abgeben machen nicht nur Tanz zur sinnlichen Philosophie, sondern auch den zeitgenössischen Zirkus, der sich diesen Machtfragen, auch denen zwischen Mensch und Objekt, auf vielfältige ...

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Tanz August-September 2023
Rubrik: Kalender, Seite 46
von Melanie Suchy

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