Agnes Oaks

In London war sie der Star. Nun ist sie mit ihrem langjährigen Partner Thomas Edur nach Estland gezogen. Mike Dixon traf die große Ballerina kurz vor ihrer Abreise

Tanz - Logo

Es gibt ein letztes und ein allerletztes Mal. Da trat Agnes Oaks mit ihrem Ehemann und Tanzpartner Thomas Edur bei einer winterlichen Abschiedsgala im Sadler’s Wells auf. Sie tanzten die berühmten Szenen aus ihrem Repertoire, und ihre jubelnde Anhängerschaft lag ihnen zu Füßen. Im Sommer traten sie wieder auf, nun in «Les Sylphides» als gastierende Erste Solisten beim English National Ballet in der St. Paul’s Cathedral.

Es war ein gigantisches Ereignis, denn dieses Goldene Paar des britischen Tanzes wird nicht nur vom Ballettpublikum geliebt, sondern auch von seinen Kollegen und sogar den Kritikern. Am folgenden Tag waren die beiden Ehrengäste bei einem Festessen (passenderweise im Sterne-Lokal «Elena’s L’Étoile»), das die Londoner Kritiker ausgerichtet hatten. Ein vielsagendes Zeichen für die künstlerische Anerkennung, die man ihnen zollt, denn für ihre Strenge ist die Londoner Kritik weltbekannt. Mittlerweile ist der notorisch gute Ruf – nicht einen Verriss haben Oaks und Edur in ihrem Leben kassiert – der beiden Esten in England fast ein Branchen-Klischee. «Dass wir uns mit ‹Les Sylphides› verabschiedet haben», sagt Agnes, «ist ein Déjà-vu: Es war das erste Ballett, das wir beim ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2010
Rubrik: Portrait, Seite 52
von Mike Dixon

Vergriffen
Weitere Beiträge
Brief aus Dar es Salaam

Eine hochgewachsene Frau weht herein, im bodenlangen roten Rock, geschäftig mit einem Blechtopf hantierend. Sie besorgt den Haushalt in der Kargheit der Bühne, die von einem asymmetrischen, weißen Trapez abgeschlossen wird. Das allein erzeugt ein Ungleichgewicht im Raum, eine Spannung. Die Frau ist gar keine: Sie wird gespielt vom Choreografen Jonas Byaruhanga....

Wanderzirkus

Temps d' images in Düsseldorf ist Teil eines Festivalzirkus, den man ausnahmsweise ganz positiv so nennen darf. Dieses Wanderfestival stellt tatsächlich die attraktivsten Sensationen aus dem Grenzbereich von Tanz und Bildender Kunst aus. Eine unserer Favoritinnen ist diesmal die in Zürich geborene Nicole Seiler. Sie lässt die Tänzerin YoungSoon Cho Jaquet sich in...

Tomasz Kajdanski: «Lulu»

Einen «Regenbogen der Gefühle» verspricht Tomasz Kajdanski mit seinem Debüt am Anhaltischen Theater. In Eisenach von Erfolg verwöhnt, hat er sich hier nun «Lulu» nach Frank Wedekind ausgesucht. Der Neoklassik Gonzalo Galgueras und den spektakulären Inszenierungen von Gregor Seyffert, seinen Vorgängern, lässt er düster dramatisches Tanztheater folgen. Mit Sinn und...