Die Highlights im Januar
Marco Goecke ist in Holland bekannt wie ein bunter Hund. Dabei choreografiert der Mann aus Wuppertal am liebsten schwarz in schwarz, wie man an vielen Arbeiten für Scapino Ballet Rotterdam (und «Nichts» fürs NDT) hat sehen können. Den «Notenkraker», mit dem das Ensemble derzeit durch die Niederlande tourt, nennt er sogar ausdrücklich ein «Ballet noir », obwohl daran so manches golden glänzt: das gelockte Perückenhaar von Pate Drosselmeier beispielsweise und die tausend Nüsse, die ein Tänzer hörbar auf den Hosen trägt.
«Grauenvoll» hat ein Kritiker seinen «Nussknacker» genannt – und damit den Kern eines Stücks getroffen, das tatsächlich einmal die Nuss knackt: Nämlich die Fabel von E. T. A. Hoffmann so zu erzählen, dass sie nichts Narratives mehr hat. Das ist dem Haus-Choreografen des Stuttgarter Balletts vor vier Jahren gelungen: das Weihnachtliche nicht zu ignorieren, dafür das Grauen der Geschichte zu einer körperlichen Erfahrung zu machen.
Foto: Lucas Jervies als Drosselmeier © Hans Gerritsen
Der «Notenkraker» in Heerlen, Theater, 12. Jan.; Alkmaar, Theater de Vest, 14. Jan.; Zoetermeer, Stadstheater, 16. Jan.; Maastricht, Theater aan het Vrijthof, 19. Jan.; Den Bosch, Theater ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jeder Künstler kehrt irgendwann zurück zu seinen Wurzeln. Jahre-, jahrzehntelang produziert man für den Publikumsgeschmack oder den der Förderer und öffentlichen Geldgeber. Man bestätigt Erwartungen, die man selbst geschürt hat. Hinterfragt auch nicht mehr plakative Pauschalurteile, sondern reproduziert sie geflissentlich. Never change a winning style? Aber...
Eine hochgewachsene Frau weht herein, im bodenlangen roten Rock, geschäftig mit einem Blechtopf hantierend. Sie besorgt den Haushalt in der Kargheit der Bühne, die von einem asymmetrischen, weißen Trapez abgeschlossen wird. Das allein erzeugt ein Ungleichgewicht im Raum, eine Spannung. Die Frau ist gar keine: Sie wird gespielt vom Choreografen Jonas Byaruhanga....
Begründet wurde sie von Frederick Matthias Alexander. Der 1869 geborene australische Schauspieler und Shakespeare-Rezitator litt unter Stimmverlust; nach diversen erfolglosen Behandlungen begann er seine Handlungen und Gewohnheiten systematisch zu beobachten. Dabei entdeckte er grundlegende Zusammenhänge bei der Koordination von Körper und Geist. In der...
