Afrikas Moderne tickt anders
Afrika ist endlose Savanne und unberührte Küste. Afrika duftet nach unvermuteter Gefahr und unversicherter Existenz. Afrika ist das Schlachtfeld des missionarischen Eifers zweier Religionen. Kirchen und Moscheen in der Größe von Fußballfeldern überragen die Betonhütten in den Vororten. Genützt hat das nichts: Wir sitzen beim schwarzafrikanischen Vize-Botschafter über güldenem Geschirr. Ganz ruhig sagt er: «Aids bedeutet, ein paar Mitesser weniger können den Hunger in unserem Land besiegen».
Gut gesättigt, schaut er über seinen prächtigen Garten in die glühend versinkende Abendsonne, räuspert sich und fügt mit leiser Stimme hinzu: «So ist das eben.»
O, Afrika! Du Dumme, du Kranke, du Starke. Der Staub, der Schweiß, der die Poren erstickt. Der afrikanische Körper. Er bringt die besten Marathon-Läufer, die stärksten Fußballer, die kräftigsten Tänzer hervor. Starke Körper einer schon von den alten Ägyptern, Axumiten und Phöniziern schwach gehaltenen Gesellschaft. War ja auch immer viel zu einfach: Afrika hat sich nie über sesshafte Landnahme, immer über die Weite der Beziehungen untereinander definiert. Der Körper, nicht der Zaun, durchmisst die Welt. Wie viel Wüste sollte einem auch ...
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