Adieu Yuri Grigorovich

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Choreografisches Genie gehört zum Seltensten auf Erden. Es ist unersetzbar. George Balanchine (1904 – 1983) hat beim New York City Ballet eine Lücke hinterlassen, die auch nach vier Jahrzehnten nicht gefüllt erscheint. Der Tod seines russischen Antipoden, Yury Nikolayevich Grigorovich (1927 – 2025), wird noch schlimmere Folgen haben. Seit Valery Gergiev nicht nur das St.

Petersburger Mariinsky-Theater leitet, sondern zugleich auch das Moskauer Bolschoi-Theater, sind es nun zwei russische Ensembles von weltweiter Bedeutung, die in kreativer Hinsicht ohne Führung sind – Ballettmuseen.

Grigorovich und Balanchine galten jahrzehntelang als die Führungspersönlichkeiten der östlichen und der westlichen Ballettwelt. Während Balanchines Werkkatalog 425 Titel umfasst, hat Grigorovich jedoch nur ein Dutzend Ballette erarbeitet, die als originäre Schöpfungen anzusehen sind. Wozu allerdings profilierte «Redaktionen» von Werken des klassisch-akademischen Kanons kommen. Umso erstaunlicher ist die Wirkungsmacht dieser Arbeiten. Sie war auch dadurch bestimmt, dass Grigorovich, 1964 von Leningrad (dem einstigen und heutigen St. Petersburg) nach Moskau übergesiedelt, zunächst nur als Chefchoreograf ...

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Tanz Juli 2025
Rubrik: Side Step, Seite 21
von Gerhard Brunner

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