Absolute Wilson
Am 4. Oktober 1941 in Waco/Texas geboren, hat der nun 65-jährige Robert Wilson alles erreicht: ein dickes Buch über sein Leben ist erschienen, ein materialreicher Film kommt ins Kino, und das Watermill Center hat eine solide Basis – ein «Ort, der bestehen soll über mich hinaus». So, liebe Rentner, sieht ein Lebenswerk aus. Dabei hat Bob Wilson in jungen Jahren schlechte Karten: er stottert, lernt wenig, hat ausgerechnet in Texas einen Schwarzen zum Freund und entdeckt als Sohn des Kleinstadt-Bürgermeisters, dass er schwul ist. Sein Glück: er trifft die Tanztherapeutin Byrd Hoffman.
Sie macht den gelernten Architekten, Zeichner und Designer zum Tänzer (sein letzter Auftritt: 1976 in seiner Oper «Einstein on the Beach»), unterstützt von seinem langjährigen Freund und Choreografen Andy de Groat. Es könnte die Geschichte des Tänzers und Choreografen Robert Wilson werden. 1965 reüssiert er mit einer Choreografie zur Weltausstellung in New York. Bei seinem ersten Europa-Gastspiel 1971 in Nancy wird er aber als «Surrealist» gefeiert: vom Großmeister des Surrealimus, Louis Aragon. Seine europäischen Geldgeber verehren ihn seitdem unter diesem Label und überlassen ihn der lukrativen Oper. ...
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