Abschiedsschmerz

Zwanzig Jahre lang war Marlúcia do Amaral künstlerisch mit Martin Schläpfer verbunden. Dann kam Corona, gefolgt vom Abgang des Choreografen. Ein Gespräch über den Umbruch mit Nicole Strecker

Marlúcia do Amaral – sind Sie Optimistin oder Pessimistin?

Ich bin eigentlich ein absolut positiver Mensch. Aber im Moment bin ich ganz zerstört. Mein Leben ist upside down. Seit zwei Monaten trainiere ich zu Hause auf dem Teppich und bin längst nicht mehr so gut in Form wie vor Corona.

 

Wegen des Lockdown endet Ihre Zeit in Düsseldorf ohne Abschied?

Es ist alles so traurig, denn Martin Schläpfer und die Kompanie haben hier in Düsseldorf etwas Großes aufgebaut.

Er als Chef, aber es waren eben auch die unglaublichen Tänzer, ohne die er nicht so erfolgreich gewesen wäre. Für seine Karriere ist sein Weggang nach Wien sensationell. Aber die fantastische Gruppe von Tänzern und Tänzerinnen hat nun plötzlich nichts mehr.

 

Eine dieser fantastischen Tänzerinnen sind Sie. Haben Sie denn keine Pläne?

Im Moment nicht. Wenn mich Eisenhüttenstadt haben will – ich komme!

 

Wollten Sie mit nach Wien?

Natürlich, und ich bin nach wie vor offen dafür. Wien ist nicht weit weg. Ich habe 20 Jahre lang mit Martin Schläpfer gearbeitet, ich war seine Muse. Gerade habe ich den «Faust»-Preis bekommen und fühle mich künstlerisch so reif wie nie zuvor. In meiner Wahrnehmung waren wir ein bisschen wie ...

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Menschen, Seite 26
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