Kalifornien
Im zurückliegenden Mai – einen Monat bevor Präsident Trump trotz der Einwände des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom die Nationalgarde und US-Streitkräfte gegen überwiegend friedliche Demonstrant*innen einsetzte – erhielten Hunderte kalifornischer Künstler*innen und Kultureinrichtungen eine Standard-Mail, in der ihnen mitgeteilt wurde, dass ihre bereits gewährten Zuschüsse vom National Endowment for the Arts (NEA) gestrichen worden seien.
Offenkundig verstoßen diese Streichungen gegen die US-amerikanische Verfassung: Aufgrund der Aufgabentrennung zwischen den drei Gewalten des Landes liegt die Macht über die Bewilligung solcher Mittel bei den Abgeordneten des US-Kongresses und nicht beim Präsidenten. Dennoch war die Maßnahme womöglich vorherzusehen, da Trump die kulturelle Infrastruktur der Vereinigten Staaten bereits attackiert hat, indem er sich beim Kennedy Center in Washington D.C. selbst als Vorstandsvorsitzenden einsetzte und seine Absicht verkündete, das NEA vollständig aufzulösen. Den kalifornischen Tänzer*innen hat dies nicht eben erleichtert, mit den plötzlichen Veränderungen umzugehen.
ODC/Dance mit seiner eigenen Tanzcompagnie und einem riesigen Studio-Campus ...
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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Parkett international, Seite 166
von Rachel Howard
Alles ist in Bewegung. Am 22. Januar 1905 schießt die Palastwache von Zar Nikolaus II. in Sankt Petersburg auf demonstrierende Menschen. Nach einem Generalstreik kommen an diesem Sonntag über 30 000 Arbeiter in einem Sternmarsch zum Winterpalast, um sich – friedlich – für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, eine Agrarreform, religiöse Toleranz, das Ende der Zensur...
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