abschied: jochen ulrich

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...einen geborenen Choreografen zu nennen, ist gar nicht so verkehrt. Schließlich lag dem Sohn einer klassischen Tänzerin das Ballett sozusagen im Blut, und weil er in jungen Jahren seine Dressurkünste bereits an Schweinen, Hühnern und anderen Haustieren erprobt hatte, war ihm alles Performative mehr als vertraut. Erstes Basiswissen in Sachen Ballett vermittelte ihm eine Privatlehrerin in Stadthagen. Praktische Erfahrungen sammelte er in Köln während seiner Ausbildung am Institut für Bühnentanz.

Obwohl als Tänzer bei Gise Furtwängler an der Oper der Stadt Köln unter Vertrag, wollte er eigene Stücke schaffen. Ermuntert nicht zuletzt von Marianne Vogelsang, testete er sein schöpferisches Talent in Balletten wie «Der magische Tänzer» (1967), «Inadapté» (1969) oder «Lewis C.» (1970), die ihm schnell den Ruf eines intellektuellen Choreografen eintrugen. Mag sein, dass Ulrich den Tanz mehr infrage stellte als andere. Er suchte jedenfalls nach zeitgemäßen Antworten und war entsprechend experimentierfreudig. Gemeinsam mit Helmut Baumann, Jürg Burth und Gray Veredon entwickelte er für das 1971 gegründete «Tanz-Forum Köln» eine kollegiale Führungsstruktur, die im Miteinander nicht zuletzt ...

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Tanz Dezember 2012
Rubrik: menschen, Seite 33
von Hartmut Regitz

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