magdeburg: gonzalo galguera «französische rhapsodie»

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Als George Balanchine 1947 seine «Sinfonie in C» mit dem Ballett der Pariser Oper einstudierte, funkelten noch Lüster aus Kristall über der Szene. «Le palais de cristal» lautete denn auch der Originaltitel dieser furiosen Hommage an Bizets Jugendsinfonie in C-Dur, die nach New York übernommen wurde und dabei ihren endgültigen Namen erhielt. Wer sich an eine neue Umsetzung der spritzigen Partitur wagen und Mr. B. Konkurrenz machen will, der braucht Mut.

Genau den hat der Magdeburger Ballettchef Gonzalo Galguera, der seine Version «Symphonie vivante» nennt und mit ihr das neue Programm «Französische Rhapsodie» ausklingen lässt. Szenenapplaus gibt es schon, wenn sich der Vorhang hebt: Stephan Stanisic gewandet die Tänzer in komplementär eingesetztes Rot und Schwarz, bringt so einen Hauch Spanien ins Spiel. Auch das berühmte Blau des Original-Balanchine-Hintergrunds lugt noch hinter Juan Léons Dekoration hervor – einer hellen Wand, aus der sich ein Kreisrund herauslöst, hier Symbol der Sonne. Drei Solopaare verflicht Galguera auf musikalische, formal anspruchsvolle Weise mit acht Gruppen-Duos. Polyphon wie in der Musik geht es zu, mit permanenten Wechseln in variantenreicher Formation, ...

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Tanz Dezember 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 47
von Volkmar Draeger

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