Abschied: Anthony Crickmay
Vielen gilt er als der bedeutendste Tanzfotograf Großbritanniens. Anthony Crickmay, maßgeblich von seiner Lehrmeisterin Lotte Meitner-Graf geprägt, trat zunächst mit Porträtfotos der britischen Theaterprominenz an die Öffentlichkeit. Als Tanzfotograf profilierte er sich, als ihm das Royal Ballet die Türen öffnete und die Gelegenheit gab, Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew im Anfangsstadium ihrer legendären Partnerschaft zu fotografieren. Crickmay verstand sich intuitiv darauf, magische Tanzmomente festzuhalten.
Seine wohl besten Arbeiten entstanden im eigenen Studio, das mit Schwingboden und Spiegeln ausgestattet war: atemberaubende Aufnahmen etwa der halbbekleideten Tänzerinnen und Tänzer des London Contemporary Dance Theatre, die zu berühmten Plakaten wurden. Noch heute sind sie begehrte Sammlerobjekte.
Crickmay gilt als Chronist des Tanzbooms der 1970er-Jahre, seine Fotos übten einen unschätzbaren Einfluss auf fast alle Kollegen aus. Ungehalten reagierte er, wenn Grafiker seine Bilder zurechtstutzten; in späteren Jahren erteilte er dem Abdruck seiner Fotografien in Tages- und Fachpresse immer häufiger eine Absage. Am 8. Januar ist Anthony Crickmay im Alter von 82 Jahren ...
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Tanz März 2020
Rubrik: Side Step, Seite 23
von Mike Dixon
Nach der Ballettakademie der Wiener Staatsoper steht nun auch die Staatliche Ballettschule und Schule für Artistik Berlin (SBB) auf dem Prüfstand. Gegen die renommierte Ausbildungsstätte für akademischen Bühnentanz wurden schwere Vorwürfe erhoben: zu lange Arbeitstage, ungnädiger Drill, zu hoher Druck in Bezug auf Aussehen, Ignorieren von Essstörungen, respektloser...
CD des Monats: Ascanio
Den «Ascanio» legte er in seiner Uraufführungskritik als «einen hochgestochenen und kostspieligen Firlefanz» gleich ad acta – nicht ohne jenen Besuchern seine Anerkennung auszusprechen, die nur des Balletts wegen erschienen waren. Denn das konnte nach Meinung von Corno di Bassetto alias George Bernard Shaw, «obwohl es in hohem Maße künstlich...
Gefragt wie immer: 377 Kandidaten haben sich für den Wettbewerb um den «Prix de Lausanne» beworben, der im 48. Jahr nicht auf angestammtem Terrain, sondern Anfang Februar im Auditorium Stravinsky Montreux stattgefunden hat. 84 Teilnehmer wurden nach Sichtung ihrer Videos zugelassen, 77 nahmen am Ende teil, darunter immerhin zwei Kandidaten aus Deutschland: Henri...
