Wiener Verhältnisse?: Staatliche Ballettschule Berlin
Nach der Ballettakademie der Wiener Staatsoper steht nun auch die Staatliche Ballettschule und Schule für Artistik Berlin (SBB) auf dem Prüfstand. Gegen die renommierte Ausbildungsstätte für akademischen Bühnentanz wurden schwere Vorwürfe erhoben: zu lange Arbeitstage, ungnädiger Drill, zu hoher Druck in Bezug auf Aussehen, Ignorieren von Essstörungen, respektloser Umgang mit Studierenden.
Die Vorwürfe wurden bereits seit September 2019 laut und daraufhin Schulleitung und Lehrpersonen befragt – mit dem Ergebnis einer Anzeige wegen Verleumdung gegen Unbekannt durch den Schulleiter Ralf Stabel (Foto, mit Gregor Seyffert, links).
Im Januar ging bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ein anonymes Dossier mit Beschuldigungen ein, das die Behörde zum Handeln zwang. Die Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat eine Untersuchungskommission einberufen, geleitet von Hannelore Trageser, die bis 2007 Leiterin genau der Schule und Vorgängerin von Ralf Stabel war, die hier wegen allfälliger Jugendschutzverletzung angeschaut werden sollte. Sie trat auf Kritik von Studierenden und Eltern zurück, und die Kommission wird nun von Klaus Brunswicker angeführt, ehemaliger ...
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Tanz März 2020
Rubrik: Praxis, Seite 64
von Lilo Weber
Zuletzt 2018 bei der «Tanznacht» in Berlin zu sehen, hat es dieses reduzierte und gleichzeitig komplexe Duett zu Recht auf die Tanzplattform geschafft. Gemeinsam mit Annegret Schalke erhebt Sheena McGrandles in «Figured» die Zerlegung der Bewegung, die Wiederholung und Unterbrechung zum choreografischen Prinzip, das einen rätselhaften virtuellen Raum erschafft....
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Der Beginn ist Ursuppe: Brodelnde Flüssigkeit auf einen Gazevorhang projiziert, dazu Blubbergeräusche. Gestalten kriechen, richten sich mühsam auf und brechen wieder zusammen. Noch ist die Schöpfung am Anfang, bis sich zwei Wesen erheben und die ersten Menschen entstehen. Zu sphärischen Klängen dirigiert Gott seine Geschöpfe Adam und Eva wie mechanische Puppen. Der...
