Abgehoben
Beim Fotografieren wirft er sich schon mal in die Pfütze oder auf den kalten Asphalt, um auf seinen Bildern die nötige Höhe zu evozieren. Denn die Tänzerinnen und Tänzer, die Christopher Schmidt inszeniert haben nur selten Bodenhaftung. Sie springen durch Landschaften, die sie sich – wie Sina Brunner und Vienna Haze aka Duo Sienna aus Berlin – selbst ausgesucht haben. Tanzfotografie im Wald, auf Seen, in Hörsälen und auf Tennisplätzen sind eine Spezialität des Absolventen der Fachrichtung «Screen Based Media» der Berliner Beuth Hochschule für Technik.
Vierzehn Jahre lang hat er selber getanzt, mit 25 sein Fotografie-Studium beendet. Geld macht er nun mit Aufträgen aus der Werbung. Aber die Leidenschaft für den Tanz bleibt ungebrochen.
Auf seinen Fotos fängt Schmidt Bewegung ein, nicht Gesichter. Denn Tanzende erkennt man an ihrem Körper, sagt er. Er habe den intuitiven Blick für den richtigen Augenblick. Das ist keine Kunst des Sehens, sagt er, «sondern eine des Wissens um den Sprung.» Seine Salti, als er selbst noch Urban Dance betrieb, nötigten Respekt ab. Die Fotografie, die das Duo Sienna festhält, benötigte nur fünf Aufnahmen, um den perfekten Moment, die sogenannte ...
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Tanz Juli 2019
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann
Deutschland
Berlin
Admiralspalast
«CHICAGO – The Musical». 3.–13. Juli;
www.admiralspalast.theater
Akademie der Künste, Hanseatenweg
«Was der Körper erinnert. Zur Aktualität des Tanzerbes», Ausstellung, Aufführungen, Workshops, diskursives Programm und Campus. 24. Aug. – 21. Sept.;
www.adk.de
Anhalterbahnhof Premiere
«Fremdgehen: Demonstrationsgebiet 4»,...
Wie leicht, wie oft entfährt sie uns, die Rede vom Besonderen, Herausgehobenen, Unvergleichlichen. Diese hochgejazzte Floskelsprache der Superlative, die, wenn nicht das Beste, Schönste, Wahrhafteste, so mindestens das Unterhaltsamste, Köstlichste, Abgefahrenste verheißt. Wie der Abend- und Morgenstern vom grauen Firmament soll sich das glitzernde Lametta eines...
Ein Tanz-Tableau wie von Oskar Schlemmer. In «Patterns in ¾» verortet Edward Clug seine Tänzer so im Raum, als handelte es sich um eine erste Bühnenprobe des «Triadischen Balletts», das 1922 genau an dieser Stelle uraufgeführt worden ist. Noch kommt keins der berühmten Kostüme zum Einsatz, die gegenüber vom Theater, in der Staatsgalerie Stuttgart, aufbewahrt...
