Abgebremst

Die unsichtbare Krise im professionellen Tanz

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In dem Moment der Stille, bevor die Musik einsetzt, während das Publikum mit Spannung erwartet, was auf der Bühne zu erleben sein wird, stehen die Tänzerinnen und Tänzer hinter den Kulissen bereit – fokussiert und im Streben nach dem Flow, jenem schwer fassbaren Zustand, in dem Handeln und Bewusstsein verschmelzen, sich die Zeit auflöst und künstlerischer Ausdruck seinen Höhepunkt erreicht. Doch tatsächlich entfaltet sich hinter dem Vorhang eine andere Realität.

Jüngste Untersuchungen bei professionellen Tänzerinnen und Tänzern in Deutschland zeichnen ein ernüchterndes Bild: Jede*r Fünfte zeigt mindestens moderate Symptome von Depressionen, Angstzuständen oder Essstörungen (Astrid Junge & Anja Hauschild, 2023). Die Häufigkeit generalisierter Angststörungen war bei den untersuchten Tän zer*innen fast doppelt so hoch wie in der deutschen Allgemeinbevölkerung vergleichbaren Alters. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, das Zusammenspiel zwischen psychischer Gesundheit und den Anforderungen und Belastungen im professionellen Bühnentanz näher zu beleuchten.

Die Selbstbestimmungstheorie (Self-Determination Theory, SDT) von Edward Deci und Richard Ryan (2000) eröffnet einen ...

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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Balance, Seite 96
von Paula Archangelo-Cakir und Anja Hauschild

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