A sea of being
Die Bäume, der Duft nach Erde, Holz und Schnee. Ein Rascheln von Stoff im Unterholz. Es ist nur ein Moment, ein einzigartiger. Der Wiener Fotograf Laurent Ziegler und die Tänzerin Mirjam Morad haben einen Spaziergang gemacht. Wer betrachtet, was sie davon mitgebracht haben, sieht sofort: Die beiden haben alles genau geplant. Sie im Hochzeitskleid an einem Abhang im Frost, das Gesicht unter dem Schleier verborgen. Hinter dieser kühlen Braut hält sich dünn der Schnee im Tannengeäst, das nach ihr zu greifen scheint, wie um sie vor einem Sturz zu bewahren.
Dazu gehört ein zweites Bild, in dem sich das abschüssige Gelände fortsetzt. Von weiter oben hat der Wind einige Fähnchen Schnee hergeweht. Kerzengerade wachsende Bäume graben ihre Wurzeln ins Erdreich und halten es fest. Und da heraus kommt eine schwarz vermummte und ummantelte Gestalt auf die Kamera zu, die Arme erhoben, in Richtung Himmel oder Hochnebel gestikulierend. Es war ein Winter im Wald auf dem berühmten Berg Semmering, wo sich die Bundesländer Steiermark und Niederösterreich verschwiegene Grenzen teilen. An diesen Hausberg hat die Wiener Hautevolee des Fin de Siècle einst Villen, Schlösschen und Hotels gebaut. Heute ist ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Helmut Ploebst
Einen Tag nach der Präsidentenwahl in den USA hat der Haushaltsausschuss des Bundestags sich auf den Haushaltsentwurf 2017 geeinigt. Mit dabei: zusätzliche 280 Millionen für die Kultur, bis zum Jahr 2020 sollen es 660 sein. Das meiste davon dient dem Erhalt von Immobilien. Aber auch 5,63 Millionen für den Tanz sind eingeplant, verteilt auf die nächsten fünf Jahre....
Enthüllt: John Neumeier ist ab sofort im Foyer der Hamburgischen Staatsoper dauerhaft präsent – auf einem Porträt von Jochen Hein, das den Ballettintendanten im Format 180 mal 130 cm in Acrylfarben auf Jute zeigt. Das Werk ist eine Leihgabe der Elsbeth Weichmann Gesellschaft.
Neumeier-Schüler Ralf Dörnen, seit 1997 überaus erfolgreicher Direktor und Chefchoreograf...
Kein Blick zurück im Zorn? Das Schlussbild zeigt Adrian J. Wanliss auf der Galerie, weinlaubbekränzt. Und dieser Dionysos lacht. Es ist kein gewöhnliches Lachen, mit dem er sich von seinem Publikum verabschiedet. Es ist ein spöttisches, ein sardonisches Lachen, eins, das einem eigentlich im Halse stecken bleiben sollte.
Es ist neu – wie so manches an dem Tanzfonds...
