Anfang und Ende

Von Hans van Manen stammen unvergessliche Ballette – auch und gerade zu Musik von Ludwig van Beethoven. Über seine persönliche Entdeckung des Klassik-Titanen und dessen Bedeutung spricht der Choreograf mit Hartmut Regitz

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Beethoven hat gerade mal zwei Stücke komponiert, die explizit nach Tanz verlangen: ein «Ritterballett» und «Die Geschöpfe des Prometheus». Man könnte noch kleinere Stücke dazu rechnen. Auffallend ist, dass sich kaum eine Interpretation dauerhaft auf der Bühne hat behaupten können, am ehesten noch die «Siebte Sinfonie» in der Version von Uwe Scholz. Nicht einmal «Die Geschöpfe des Prome-theus», choreografiert von Frederick Ashton vor fünfzig Jahren zum Beethoven-Fest in Bonn.

Einzig Ihre beiden Beethoven-Ballett finden sich seit fünfzig Jahren im internationalen Repertoire. Gibt es dafür einen Grund? Warum lassen die Choreografen Beethoven links liegen? George Balanchine fand immer, dass sich Beethoven nicht choreografieren ließe. Vielleicht hat das manche Choreografen abgeschreckt. Mich nicht. Beethoven war mir bereits als Dreizehnjähriger vertraut. Da brachte mein Bruder, der damals bei den Amerikanern arbeitete, eine Platte mit dem «Dritten Klavierkonzert» nach Hause. Immer wieder hörte ich sie mir an. Sie öffnete meine Ohren für alles Klassische. Bereits meine zweite Choreografie entstand 1958 zu Musik von Haydn: «Mouvements symphoniques».

Trotzdem hat es Jahre gedauert, bis ...

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Tanz April 2020
Rubrik: Beethoven, Seite 10
von Hartmut Regitz

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