Zwiesprache mit Anima
Altmodische Zinkwannen mit Waschbrettern stehen auf der Bühne, an denen die Tänzerinnen rituelle Waschbewegungen vollführen. Carolyn Carlson glaubt an das Spirituelle: «Wache auf zum Geheimnis: ‹Wash The Flowers›, finde deine verborgene Vergessenheit!», fordert die Choreografin im Programmheft auf. Das mutet esoterisch an. Es ist Carlsons neuem Stück nicht unbedingt förderlich, dass es als «Choreografie über C. G. Jung und das Unbewusste» bezeichnet wird. Das weckt seltsame Erwartungen. Zumal «Wash The Flowers» ja kein Stück über C. G.
Jung ist, sondern drängende Energien in lang nachwirkende, geheimnisvolle Bilder zu übersetzen sucht. Die Inspiration durch die Jungsche Gedankenwelt mag ihre Spuren hinterlassen haben.
Dass die Kompanie von Verena Weiss am Luzerner Theater mit der Uraufführung betraut wurde, ist der langjährigen Verbindung zwischen der neuen Luzerner Tanzdirektorin und Carolyn Carlson zu verdanken. Seit dieser Spielzeit hat Luzern mit dem Tanztheater Verena Weiss wieder ein eigenes Ensemble, nachdem zuvor auf Choreografen in residence und Koproduktionen gesetzt wurde. Die Rückkehr zu einer eigenen Kompanie darf als ein Zeichen gewertet werden, dass der Tanz ...
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Das Genfer Ballett gibt einen belgischen Abend, wenn auch die beiden Choreografien von Annabelle Lopez Ochoa und Sidi Larbi Cherkaoui unterschiedlicher kaum sein können. Gemeinsam ist den beiden: sie kommen aus derselben Generation, beide entstammen Einwandererfamilien – sie aus Kolumbien, er aus Marokko. Sie wandte sich dem Ballett zu, er wurde Alain Platels...
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