Lust auf Gefühl

… und Vergnügen am Denken: Schluss mit lahm: Mette Ingvartsen setzt auf Action und tanzt mit allen Mitteln guter Filmunterhaltung

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Eine Frau klammert sich an eine Tischkante, mobilisiert alle Kräfte. Jede Sekunde scheint eine Ewigkeit. Sie reißt den Tisch hoch, baumelt daran wie an einer Felsklippe, stürzt ab. Für den Betrachter blitzen unzählige Bilder aus allen möglichen Geschichten und Genres im Kopf auf. Action, Katastrophen, Reality. Im nächsten Augenblick eine ungeheure Soundexplosion, die alles in die Luft fliegen lässt. Splittern, Bersten, Salven von Schüssen. Die Darsteller gehen in Deckung – unter den Tisch.



Übrig bleiben Rauchschwaden, die sich sehr langsam verziehen. Tödliche Stille. Am rechten Bühnenrand taucht eine Frau auf. Sie kniet weinend in Trümmern, vielleicht, die letzte Überlebende einer Katastrophe, sucht etwas, was es nicht mehr gibt. In der Mitte wird eine Gestalt sichtbar. Mühsam zieht sie sich am Boden entlang, ringt sterbend um Worte, Laute. Der Blick heftet sich an beide Figuren wie Bruchstücke von Geschichten.

Wie ein Action-Film
ist das neue Stück der jungen Choreografin Mette Ingvartsen «Why We Love Action» aufgebaut, mit einem entscheidenden Unterschied: es folgt nicht der Logik einer Geschichte, sondern allein Effekten und Affekten. Aus Bildern, Sounds und Charakteren ...

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Tanz Mai 2007
Rubrik: Tanzkunst, Seite 64
von Edith Boxberger

Vergriffen
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