Verschwinden

Wirbelnder Stillstand: Akram Khan oder wie durch Wiederholung die Zeit vergeht.

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«Denn das ist die Zeit, die Zahl der Bewegung in Bezug auf das Früher und Später.« In dieser klassischen Bestimmung der Zeit drückt Aristoteles (im 3. Buch seiner «Physik») zugleich die Grundlage aller Zeitmessung und eine fundamentale Einsicht des philosophischen Nachdenkens über die Zeit aus: Dass diese uns niemals «rein» als solche begegnet, sondern immer nur in Prozessen der Veränderung und Bewegung erfahrbar wird.

Jede Zeitmessung funktioniert über den Vergleich mit als regelmäßig geltenden Bewegungen –  der Himmelskörper, eines Pendels, einer Oszillation von Quantenzuständen. Und ist nicht auch jede subjektive Zeiterfahrung auf wiederkehrende Prozesse, Rhythmen und Bewegungen bezogen?

Zeit zeigt sich uns vor allem in der Bewegung – und manchmal wird sie im Tanz für einen Augenblick transformiert und scheinbar überwunden ... Denn Zeit ist nicht gleich Zeit. Die physikalisch gemessene, unseren modernen Alltag regierende «Uhrzeit» ist keinesfalls die einzige, ja nicht einmal die grundlegende Dimension unserer Erfahrung von Zeit. Sie ist vielmehr eine spezifisch europäische Erfindung, die sich allerdings weltweit durchgesetzt hat, sodass wir heute (fast) immer und überall in ...

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Tanz Jahrbuch 2007
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 94
von Undine Eberlein

Vergriffen
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