Lisa-Maree Cullum
Auf der Suche nach einer Ballerina: «Wo ist Lisa-Maree Cullum?» Die Community war letztes Jahr in Aufruhr, im Sommer wurde in Internet-Foren nach der Münchner Ersten Solistin geforscht. Von einer Knieoperation munkelte man, und dass die Neuseeländerin, die seit über zehn Jahren zum Bayerischen Staatsballett gehört, vielleicht nie mehr wieder auf die Bühne zurückkehren würde. Die Fans waren bestürzt. Lisa-Maree Cullum verkörpert die technisch brillante Ballerina, feinsinnig, elegant, sublim. Perfekt in den Rollen des klassischen wie des modernen Repertoires.
Dreizehn Monate lang war die Cullum – inzwischen zur Bayerischen Kammertänzerin ernannt – nicht auf der Bühne, sondern höchstens im Zuschauerraum des Münchner Nationaltheaters zu sehen. Nun ist sie wieder da. In der abgelaufenen Spielzeit gab sie gleich zwei Debüts: die Giselle in Terence Kohlers «Once Upon an Ever After» und am selben Abend die Dame des Hauses in Bronislawa Nijinskas «Les Biches». Wie sie da mit Zigarettenspitze in der einen, die langen Schnüre ihrer Perlenkette in der anderen Hand gleichermaßen vornehm und frivol, sophisticated und temperamentvoll die Riege ihrer Bewunderer in Atem hält, das trifft genau den ...
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