Geld macht faul

Warum Tänzer schlecht bezahlt werden.

Tanz - Logo

Ist der professionelle Tanz eher mit einem Ehrenamt zu vergleichen, ist er tatsächlich professionell? Oder warum wird er so schlecht bezahlt?

 

Neulich konnte man in der Süddeutschen Zeitung einen bemerkenswerten Beitrag mit der Überschrift «Geld macht faul» lesen. Darin stand, dass Kinder, denen man für das erfolgreiche Lösen eines Puzzlespiels eine Belohnung gibt, das Interesse am Puzzlen sehr viel schneller verlieren, als Kinder, die dafür keine Belohnung erhalten.

Das Kinderglück, ein Puzzle erfolgreich vollendet zu haben, verschwindet sofort, sobald eine Belohnung ins Spiel kommt, die mit dem Spiel nichts zu tun hat. Psychologen kennen das Phänomen: Eine Belohnung, Geld zum Beispiel, führt zu einer Umdeutung des Puzzlespiels. Das ist beim Tanzen genauso: Tanzen macht glücklich, wenn man kein Geld dafür bekommt. 

 

Wird man aber professionell dafür bezahlt, erfährt ein Nettostundenlohn von 3,12 Euro für Tänzer eine ganz neue Deutung. Sofort sinkt die gesellschaftliche Achtung des Tänzerberufs auf den Nullpunkt. Das mit so wenig Geld gezeigte politische Desinteresse am Tanz lockt ihn radikal unter die Armutsgrenze. Umgekehrt gilt übrigens genau das Gleiche: Würde man ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2009
Rubrik: Kolumne, Seite 20
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tanz im TV

"Peer Gynt" ist Heinz Spoerli, wie er schreibt, "verschiedentlich begegnet, vor allem im Konzertsaal". Doch erst  «in einem Alter, in dem die eigene Lebensreise schon um einiges fortgeschritten ist», hat sich seinem Eingeständnis zufolge so etwas wie eine "Sehnsucht" entwickelt, "mit dem Medium des Tanzes eigenen Peer-Gynt-Spuren zu folgen". Herausgekommen ist...

Tanzfilme im Wettbewerb, auf DVD und im Kino

Neu auf dvd: «ballet shoes»

Dass ein Paläontologe mit dem bezeichnenden Namen Fossil von seinen Reisen drei Babys mitbringt, ist schon ungewöhnlich. Dass er dann aber für ein halbes Jahrzehnt aus dem Kinderbuch der Noel Streatfeild von 1936 verschwindet, macht ihn nicht unbedingt zum Sympathieträger. Dafür tritt dessen Großnichte Sylvia Brown auf, die sich für die...

Israel Galván: «El final de este estado de cosas, redux»

Er ist ein Star am Flamencohimmel: Israel Galván, Mitte dreißig, Sohn eines Tänzerpaars aus Sevilla, ein brillanter Techniker, ein Genie des Zapateado, und ein begnadeter Wanderer zwischen zwei Welten, dem populären, rituellen Tanz der spanischen Tablaos und seinen ausgeklügelten Auftritten auf europäischen Tanzbühnen. Ein betörender Tänzer, der zeitgenössische...